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Ein klares Ja für die neuen kommunalen Richtpläne in Dänikon

Der Gemeinderat will, dass Dänikon verdichtet und sorgfältig wächst denn das Wachstum ist im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden minim. Um das zu ändern, stimmte das Volk über die neuen Richtpläne Siedlung und Landschaft sowie Verkehr ab.

Jennifer Zimmermann

Dänikon. «Ich danke Ihnen für Ihr grosses Interesse. Das zeigt uns, dass wir an einem Geschäft arbeiten, das wichtig ist und bewegt.» So begrüsste Gemeinderat Christian Lucek die 66 Stimmberechtigten am vergangenen Donnerstag an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Dänikon zu seinem Traktandum. Ausserordentlich sei diese deshalb, weil «wir über ein solch wichtiges Thema nicht unter Druck entscheiden wollen», so Lucek weiter. Änderungen würden schliesslich dann am besten gelingen, wenn man die Bevölkerung mit einbeziehe. Darum werde heute über den Richtplan Siedlung und Verkehr sowie den Richtplan Verkehr abgestimmt.

Entwicklung nach Innen

«Die Gemeinde Dänikon ist im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden während der letzten zehn Jahre nur sehr wenig gewachsen», erklärt Christian Lucek und wartet mit Zahlen auf. Zwischen 2008 und 2018 sei Buchs um 21 Prozent gewachsen, Otelfingen um 28 Prozent, Hüttikon um 38 Prozent, Dänikon jedoch nur um 2,3 Prozent. Dänikon sei in der Vergangenheit sehr sorgfältig mit Bauland umgegangen. «Nun wollen wir das Wachstum begünstigen», sagt Lucek und betont aber auch, dass man natürlich nicht die 38 Prozent Wachstum von Hüttikon ansteuere. Man wolle verdichtet und doch qualitätsorientiert wachsen. Dabei gelte es, sorgfältig zu planen und zu entwickeln. Um das zu ermöglichen, hat der Gemeinderat eine Gesamtschau «Konzeption 2035» zur Gemeindeentwicklung erarbeitet. Diese Gesamtschau sowie die Revision des kantonalen Richtplans (2015), das eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (2013) und die abgeschlossene Gesamtrevision der regionalen Richtplanung (2018) bildeten den Anlass, um den kommunalen Richtplan Siedlung und Landschaft sowie den Richtplan Verkehr von 1982 zu überarbeiten. Dass es hier zu grossen Verzögerungen gekommen sei und weiterhin kommen werde, habe mit diversen Gesetzgebungen des Bundes und Kantons zu tun, erklärt Lucek. Darunter die Kulturlandinitiative, die Zersiedelungsinitiative und das Mehrwertsausgleichsgesetz. Wegen Letzterem sind momentan keine Einzonungen möglich.

Entwicklungsoptionen für drei Gebiete

Der Richtplan Siedlung und Landschaft benennt drei Gebiete mit Entwicklungsoptionen: Brenni, Langwiesen und Hofacher. Der Dorfkern Brenni hat dank seiner zentralen Lage eine besonders hohe Priorität. «Zur Dorfentwicklung und als Begegnungsraum kommt nur dieser Ort in Frage», sagt Lucek. So müsse man bei künftigen Dorffesten vielleicht nicht immer Strassen absperren, sondern können hier auch einmal kleinere Feste feiern.

Das Gebiet Langwiesen hat die höchste Dichte. Hier möchte der Gemeinderat generationendurchmischtes Wohnen fördern. Etwas, das Investoren heute fast immer schon von sich auch machen würden. Denkbar sei auch die Integration einer Kita oder Spitex in diesem Gebiet. Das Gebiet Hofacher soll langfristig als Reserve gesichert und der Siedlungsrand weiter gestaltet werden.

Erschliessung Geigelmooshof

Während der Auflegung der Richtpläne gingen drei Schreiben ein, davon zwei mit Änderungsanträgen. Einer davon betrifft die bessere Erschliessung des Geigelmooshofs, dessen Anfahrtsweg aktuell durch Wohngebiete geht. Dass dies ein Thema ist, das bewegt, wurde auch an der Gemeindeversammlung selbst spürbar. «Wenn ich dem Richtplan zustimme, donnern dann immer noch 40-Tönner bei mir um die Kurve, die auf dem Weg zum Geigelmooshof sind?», fragte eine Anwohnerin. Lucek erklärte: «Wenn sie Ja zum Richtplan sagen, dann geben Sie uns den Planungsauftrag, hierzu Lösungen zu finden.» Wie diese Lösungen aussehen würden, sei aber ergebnisoffen. Die Richtpläne stellten eine Absichtserklärung und keine detaillierten Pläne dar.

Mehr Verkehrssicherheit

Der Richtplan Verkehr soll die Verkehrssicherheit erhöhen und die drei Gebiete Brenni, Langwiesen und Hofacher sinnvoll erschliessen. Zudem sollen Fuss- und Radwege ergänzt werden. Konkret sieht der Richtplan vor, inoffizielle Fusswege zu offiziellen zu machen. Etwa denjenigen Trampelpfad, der von der Alten Landstrasse südlich durch ein Wohngebiet zur Bushaltestelle an der Hauptstrasse führt. Ebenso geplant ist eine bessere Anbindung zu Fuss und auf dem Fahrrad an die nächstgelegene Bahnhofstation «Otelfingen Golfpark». Zurzeit ist dieser Weg schlecht beleuchtet und dies will man in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Otelfingen ändern.

Ein Stimmbürger fragte vor der Abstimmung, ob man denn bald wieder das Schulhaus vergrössern müsse, wenn Dänikon weiter wachsen solle. Christian Lucek beschwichtigte: «Wir steuern ein massvolles Wachstum an. Bis wir diese Pläne umsetzen können, sind zudem die Schüler, für die wir heute die Schule erweitern, nicht mehr in der Primarschule.»

Beide Richtpläne wurden mit 65 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme angenommen.


Furttaler Nachrichten vom Freitag, 12. April 2019, Seite 1