E-Paper - 10. Juli 2020
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Mit Köpfchen aus dem Knast, mit Teamarbeit durch die Galaxis

Boda Borg verheisst Spielabenteuer ähnlich wie Escape Rooms, setzt aber mehr auf Zusammenarbeit und eine reale Spielumgebung. In Rümlang wurde Ende letzten Jahres das erste Center des Gesellschaftsspiels in der Schweiz eröffnet. Ein Erlebnisbericht.

Sacha Beuth

Rümlang. Die phosphoreszierenden Linien sind im dunklen Raum zwar gut zu erkennen, doch die Linienführung verwirrt. Biegt die Linie, die zum kleinen grünen Lämpchen führen soll, nun nach links ab oder nach oben? Während sich die Kinder sicher sind, wollen der Autor und seine Frau lieber noch einmal nachprüfen. Ein Fehler. «Piep» macht es aus dem Lautsprecher. Das typische Zeichen in einer Quest, wie die Boda-Borg-Aufgaben heissen, dass die Lösung falsch ist oder die Zeit überschritten wurde.

Nervenkitzel, der Spass macht

Also raus aus dem Raum und einen neuen Anlauf in der Quest «Star Trails» nehmen. Nun findet man zwar die richtige Verbindung und ist sich sicher, dass auch die darauffolgende zweite Verbindung die richtige ist. Trotzdem leuchtet die Kontrolllampe nicht grün auf. «Was haben wir nur falsch gemacht?», fragt die 12-jährige Amber.

Die Gedanken schweifen zurück zur vorangegangenen Instruktion. Dort hatte Stefan Jost, Geschäftsleiter von Boda Borg in Rümlang, darauf hingewiesen, dass man nur mit Teamarbeit zum Ziel komme. «Vielleicht müssen wir die Knöpfe gleichzeitig drücken», mutmasst Ambers Schwester Shannon. Schulkollegin Alessia will der Idee schon nachkommen, da macht es wieder «Piep». Ein weiterer Versuch endet dann aber erfolgreich und auch die Aufgabe im nächsten Raum wird bestanden, so dass schliesslich alle fünf Teilnehmende einen Stempel auf ihrer Karte abholen können, der die Lösung einer Quest bestätigt.

Im Gang empfängt Jost die Spieler. «Und, macht es Spass? Wollt ihr noch eine Quest versuchen?» Und ob man will! Sind das schon erste Zeichen der Sucht, von der Jost am Anfang gewarnt hatte? Egal. Jetzt geht es erst einmal darum, ob man bei einer weiteren grünen Quest bleiben oder eine rote oder gar eine schwarze ausprobieren will (siehe auch Infos im Kästchen). Die Spielenden bleiben bei Grün. Darauf empfiehlt Jost «The Prison». Hier gilt es, möglichst rasch aus den drei Gefängnisräumen zu kommen, was nach zwei, drei Fehlversuchen («Wie lautete schon wieder die Nummer des Gefangenen?», «Wozu braucht es diesen Hebel?») gelingt.

Auch Wissen ist gefragt

Nun wird es Zeit für eine rote Quest. In «Balance» ist, wie der Name schon sagt, Gleichgewichtssinn gefragt, wobei vor allem Ehepartnerin und Kinder brillieren. Es folgt mit «Quiz» wieder eine grüne Herausforderung und ein Spiel, das wegen der Wissensfragen wiederum dem Autor gelegen kommt. Beim roten «Stressball» passen die älteren Semester, während die jüngeren sich voller Elan in die grossen Bälle stürzen. Zusammen will man noch «The Mummy» beenden. Zwei Räume des ägyptischen Labyrinths schafft man noch, dann ist es 22 Uhr. Betriebsschluss. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. «Das ist etwas, was unsere Besucher immer wieder erstaunt. Darum bieten wir auch keine Ein-Stunden-Spieldauer an. In dieser Zeit können Anfänger zwei, höchstens drei Spiele beenden. Handkehrum ist bei den meisten Besuchern nach vier Stunden die Luft draussen», erklärt Jost. Noch immer begeistert von dem Erlebten, tritt die Gruppe den Nachhauseweg an. Und kaum im Auto, sagt Amber: «Jetzt weiss ich, was ich mir zum Geburtstag wünsche». Ein Satz, der alles darüber sagt, wie sehr es dem Mädchen gefallen hat.

Unterland Zeitung vom Freitag, 10. Juli 2020, Seite 7 (22 Views)

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