E-Paper - 14. Februar 2020
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Aus für Projekt «Mineralquelle-Areal»

Mit deutlicher Mehrheit wurde das Projekt «Mineralquelle-Areal» bachab geschickt. Für Befürworter wie Gegner war dies nicht voraus- zusehen. Unklar ist, wie es in der Eglisauer Industriezone weitergeht.

Martina Kleinsorg

Eglisau. Die Deutlichkeit, mit der sich das Stimmvolk gegen das Projekt Areal Mineralquelle ausgesprochen hat, kam für den Eglisauer Gemeindepräsident überraschend. «Ich hatte mit einem knappen Resultat gerechnet und natürlich eher zustimmend», sagt Peter Bär (Fokus Eglisau). Die hohe Wahlbeteiligung sei erfreulich und wichtig für die Legitimation. In der Gemeindeversammlung im Oktober sei der Eindruck einer stark mobilisierten Gegnerschaft entstanden. «Ich hatte meine Zweifel, ob das wirklich repräsentativ ist.» Dass an der Urne nahezu das gleiche Ergebnis erzielt wurde, sei jedoch eine klare Bestätigung. Persönlich bedaure er das Scheitern des Projektes sehr: «Es wäre eine Chance gewesen für eine ökologisch gute Entwicklung des Quartiers.» Bei allen Vor- und Nachteilen des Projektes hätte dies unter dem Strich beim Gemeinderat und weiteren Befürwortern den Ausschlag gegeben. «Das Stimmvolk hat das anders gewichtet, das muss man akzeptieren.»

Welche Argumente letztendlich die Abstimmung entschieden haben, sei schwer zu sagen: «Sicher stand die Wachstumsthematik im Zentrum, vielleicht auch der Verkehr.» Eine intensive Beschäftigung mit der Vorlage hätte eher zu einer Zustimmung geführt als eine oberflächliche Betrachtung, so seine Erfahrung aus vielen Gesprächen. «Wer nicht ganz überzeugt war, sagte aus Angst vor Veränderungen eher Nein.» Vielfach in der irrigen Annahme, damit den Status Quo beizubehalten, vermutet Bär. Der geltende Thurella-Gestaltungsplan von 2007 ermögliche jedoch einen weiteren Ausbau darüber entscheide allein der Eigentümer. «Da können wir jetzt nicht mehr mitreden.» Ein Problem, dass die Schulpflege nun schnellstens lösen müsse, sei neue Standorte für zwei Kindergärten zu suchen, welche in der Zone nur eine vorübergehende Genehmigung besassen.

Ohne grosse Mittel zur Mehrheit

«Ich hätte mir ebenso das Gegenteil vorstellen können, dass die Befürworter an der Urne klar dominieren», sagt die ehemalige Gemeindepräsidentin Ursula Fehr (SVP). Nun gab es für sie am Sonntag doppelt Grund zum Feiern. «Zum einen weil ich zu denen gehöre, die die Vorlage nicht gut genug finden. Zum anderen, weil es in Eglisau mit der Meinungsbildung ganz speziell hergegangen ist.» Hinter den Fürsprechern hätten «unendlich viele Leute», Behörden und Parteien mit entsprechenden Finanzen gestanden, so dass eine Abstimmungszeitung an alle Haushaltung geschickt und entlang der Hauptstrasse plakatiert werden konnte. Dass Gegner wie sie mit einer kleinen Anzahl Leute ohne Ämter und grosse Mittel die Mehrheit überzeugen konnten, bestätigte Fehr in ihrem Credo: «Man soll nie aufhören, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich dafür einzusetzen.» So habe es auch rege Diskussionen auf dem «digitalen Dorfplatz» gegeben.

Nicht um jeden Preis zu wachsen, sei ein Anliegen der Bevölkerung, welches Fehr noch im Amt bereits sehr ernst genommen habe. «Die Leute ziehen trotz hohem Steuerfuss nach Eglisau, weil sie ländlich wohnen wollen und nicht städtische Verhältnisse mit entsprechendem Verkehr.» Das Thurella-Areal sei schon immer Industriegebiet gewesen, das sei man sich gewohnt, sagt Fehr. Sie glaubt nicht, dass ein weiterer Ausbau zu mehr Lastwagenfahrten führt: «Unser Staugebiet ist doch viel zu unattraktiv für jemanden, der seine Ware auf die Strasse bringen muss.» Die Klage der Schulpflege um zwei Kindergärten hält Fehr für unangebracht: Ursprünglich sei an das Projekt als Bedingung ein Schulhaus geknüpft, wegen der Gefahrenzone in Gleisnähe und zugunsten des Standorts Schlafapfelbaum aber darauf verzichtet worden. «Ein Schulhaus hätte der gesamten Bevölkerung den geforderten Mehrwert gebracht.»

Unterland Zeitung vom Freitag, 14. Februar 2020, Seite 1 (10 Views)

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