E-Paper - 14. Februar 2020
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Klotener in den Fussstapfen der Grossen

Am Dienstag standen für einmal nicht die Profis des Schweizer Eishockeys im Mittelpunkt, sondern die Nachwuchstalente. An die U13-Weltmeisterschaft in Kanada schafften es auch fünf Spieler des EHC Kloten.

Ramona Kobe

Eishockey. Sie waren nicht zu übersehen am Flughafen Zürich: rote Pullis, rote Jacken, schwarze Mützen. Unter ihnen: alle Mamis, Papis, Omas und Opas, die ihre Jünglinge bis kurz vor Abflug begleiten wollten. Entsprechend laut und chaotisch war es, bis jeder der Jungs seinen Koffer abgegeben hatte und das richtige Ticket in den Händen hielt. Und wer ein bisschen was von Eishockey versteht, weiss, dass nur schon Schläger, Schlittschuhe und Kleidung seinen Platz braucht. Die Nachwuchstalente des Schweizer Eishockeys flogen am Dienstagmittag nach Kanada, wo vom 12. bis am 23. Februar das «Québec International Pee-Wee Hockey Tournament» stattfindet. Inoffiziell auch bekannt als U13-Weltmeisterschaft. Rund 2000 Spieler aus der ganzen Welt mit Jahrgang 2007 nehmen am Turnier teil, aufgeteilt in über 100 Teams. Ein solches stellt auch der EHC Kloten seit 1985 jährlich zusammen. Aber: Nur die Besten der Besten werden ausgewählt und schaffen es ins Team.

Potenzial ist schon früh erkennbar oder eben nicht

«Es gab ein Selektionsverfahren», erklärt Gian-Andrea Badrutt, der beim Nachwuchs des EHC Kloten spielt. Zuerst standen drei Trainings an, in denen immer mehr Spieler rausgeflogen sind. Dann ein Trainingslager, bei dem sich wiederum die Besten fürs Abschlusstraining qualifizieren konnten und es schliesslich ins Team schafften. Badrutt ist einer von 19 13-Jährigen, der es geschafft hat. Sicher war er sich aber zu keinem Zeitpunkt. «Ich fand es sehr schwierig abzuschätzen, ob es reichen würde.» Ähnlich ging es seinen Teamkollegen Marco Zoss und Joris Zahner, die ebenfalls beim EHC Kloten spielen. «Es gab so viele andere gute Spieler, die es ebenfalls verdient hätten», sind sich die beiden einig. Insgesamt sind fünf Klotener im Team, das von Thomas Steger trainiert wird. Doch nicht alle würden das gleiche Talent mitbringen, weiss Manager «Bongo» Stauffacher. «Die Trainer können bereits in diesem Alter sehen, wer Potenzial hat, wer später einmal Profi werden könnte.» Dennoch muss die Teilnahme am Turnier nicht zum Karrieresprung verhelfen. Fabian Ganz, Verteidiger bei der ersten Mannschaft des EHC Kloten, flog 2003 ebenfalls nach Québec, um an den Pee-Wee Meisterschaften zu spielen und erinnert sich gerne zurück. «Es war ein absolutes Highlight und eine super Erfahrung. Ich glaube aber nicht, dass es sehr relevant für meine Karriere war.» Sein Mitspieler Marco Lehmann sieht dies ähnlich. «Es war eine coole Erfahrung, weil ich mich zum ersten Mal mit den Besten meines Jahrgangs aus der ganzen Welt messen konnte.»

Mit ein bisschen Glück ist der Sprung in den Final machbar

Darauf freut sich auch Badrutt. Er, sowie auch Zoss und Zahner, möchte am liebsten gegen Pittsburgh spielen. «Weil es eine NHL-Mannschaft ist.» Einmal in dieser Liga zu spielen, und in die Fussstapfen von Roman Josi oder Mark Streit zu treten, scheint nach wie vor der grösste Traum der jungen Hockeyspieler zu sein. Bevor es aber soweit ist, müssen sie sich in Québec beweisen. Alle Drei sind ziemlich aufgeregt. Stauffacher weiss, weshalb: «Im vollen Stadion vor rund 15 000 Zuschauern zu spielen das ist neu. Da wäre ich auch nervös.» Die Vorrunden würden wahrscheinlich nicht ganz so viele Leute live verfolgen, im Halbfinal und Final könne man aber durchaus mit vielen Menschen rechnen. Ob das «Swiss Eastern Selects»-Team soweit kommen wird, steht in den Sternen. «Es braucht auch ein bisschen Glück», so der Manager.

Kämpfe zwischen den Jungs finden auf und neben dem Eis statt

Das Glück ist einer der Gründe, weshalb Eishockey für Badrutt der beste Sport ist. «Man weiss nie, was in einer Partie passiert. Auch als schwächeres Team kann man gewinnen.» Ausserdem mag er den Kampfgeist. Zahner liebt das schnelle Spiel auf dem Eis, und auch Zoss hat sich aufgrund der «Action» fürs Eishockey entschieden. Und auch, weil es ein Teamsport ist.

Das erste Highlight erwartete die 13-Jährigen bereits vor dem Abflug: Sie durften oder mussten vor der Swiss-Maschine posieren, die wenig später startete und das Team nach Kanada brachte. Dabei stand nur ein Thema im Mittelpunkt: Wer sitzt wo? Und neben wem? Und wer hat zufällig den beliebten Fensterplatz ergattert? Ein kleiner Machtkampf, der für einmal nicht auf dem Eis stattfand.

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 14. Februar 2020, Seite 15 (11 Views)

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