E-Paper - 14. Februar 2020
Furttaler Nachrichten
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Neue Gemeindeordnung ist Tatsache

Das Volk hat entschieden: Ab dem ersten Juli werden Sozialfälle in Dällikon vom Gemeinderat und der Verwaltung bearbeitet. Trotz Oppositionen wurde die neue Gemeindeordnung am Sonntag deutlich angenommen.

Ramona Kobe

Dällikon. «Es war eine politische Entscheidung, die wir gewonnen haben. Das ist Demokratie», freut sich Gemeindepräsident René Bitterli am Tag nach der Abstimmung zur neuen Gemeindeordnung. Diese wurde von der Dälliker Bevölkerung mit 487 Ja- und 381 Nein-Stimmen deutlich angenommen. Damit habe Bitterli nicht gerechnet, er sei von einem knappen Resultat ausgegangen. Trotzdem: «Wir waren überzeugt, dass die neue Gemeindeordnung modern und zukunftsgerichtet ist, auch wenn es gewisse Oppositionen gab.»

Im Vorfeld zu reden gab vor allem die Auflösung der eigenständigen Sozialbehörde. Ihre Aufgaben werden ab dem 1. Juli, wenn die Gemeindeordnung in Kraft treten wird, neu vom Gemeinderat in Zusammenarbeit mit der Verwaltung übernommen. Grund dafür sei die veränderte Situation im Sozialwesen. Die Sozialbehörde habe immer weniger Arbeit, weil die zunehmenden Vorschriften den Handlungsspielraum der Behörde einschränken würden. Ausserdem würden die schwierigen Fälle aus dem Vormundschaftsbereich heute von der Kesb behandelt werden.  Gegen diese Übernahme wehrte sich die politische Gruppierung Pro Dällikon vehement. Sie wollte verhindern, dass mit der neuen Gemeindeordnung nun noch mehr Kompetenzen beim Gemeinderat konzentriert sind.

Pro Dällikon befürchtet, dass Gemeinderat zu wenig Zeit hat

Entsprechend enttäuscht mit den Abstimmungsresultaten ist Karin Joss, die als Präsidentin von Pro Dällikon die Haltung des Vereins vertritt. «Wir haben grosse Aufmerksamkeit im Furttal erlangt und konnten viele Menschen überzeugen, dass es eine eigenständige Sozialbehörde braucht.» Dem Gemeinderat würden die nötigen Ressourcen fehlen, und die Verwaltung sei zu wenig im Dorf vernetzt. Joss ist deshalb gespannt, ob der Gemeinderat in der Lage sein wird, die Sozialfälle wie bisher lösungsorientiert zu bearbeiten. Sie befürchtet ausserdem, dass die Nähe verloren geht. «Ich wünsche mir, dass weiterhin persönliche Gespräche stattfinden und sich die Verantwortlichen Zeit zum Zuhören nehmen.» Trotz allen Zweifeln akzeptiert sie die Entscheidung der Dälliker Bevölkerung und sagt klar: «Die Verantwortung liegt jetzt beim Gemeinderat. Er soll beweisen, dass er diese Aufgaben genauso gut lösen kann.»

Zeit besteht, um Neuerungen auszutesten und anzupassen

Bevor die neue Gemeindeordnung im Juli rechtskräftig wird, muss der Gemeinderat eine Geschäftsordnung für die Sozialbehörde erstellen. Diese müsse aber nicht vom Volk genehmigt werden. «Die Bevölkerung hat die Spielregeln, wie der Gemeinderat funktionieren soll, angenommen», erklärt Bitterli. «Nun liegt es an uns, die internen Reglemente der neuen Gesetzeslage entsprechend anzupassen.» Er gesteht, dass es eleganter gewesen wäre, bis zum Ende der Legislaturperiode zu warten. «So haben wir nun aber eineinhalb Jahre Zeit, um die Neuerungen auszutesten und die nötigen Feinschliffe vorzunehmen.»

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 14. Februar 2020, Seite 3 (6 Views)

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