E-Paper - 14. Februar 2020
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Feuerwehr stellte in der Nacht Kommunikation sicher

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde die Regensdorfer Feuerwehr, und mit ihr alle anderen Feuerwehren im Kanton Zürich, notfallmässig aufgeboten. Alle Notrufnummern waren ausser Betrieb.

Sibylle Ratz

Regensdorf. Mitten in der Nacht ging der Alarm los. Um 23.52 Uhr wurde die Feuerwehr Regensdorf von der Einsatzleitzentrale (nur) via Pager alarmiert, dass das Feuerwehr Depot umgehend besetzt werden müsse. Diesen Alarm haben sämtliche Feuerwehren des Kantons Zürich erhalten.

Kommunikationsnetz schweizweit ausgefallen

Zu der Zeit fielen in grossen Teilen der Schweiz das Internet, die Festnetz- und Mobil-Telefonie aus. Auch die Notrufnummern in mehreren Kantonen und grossen Städten waren ausser Betrieb. Es ging deshalb darum, eine Erreichbarkeit der Notfall-Organisationen sicherzustellen. Als einzige Möglichkeit blieb die Alarmierung via Pager, da dieses Netz unabhängig von den restlichen Kanälen funktioniert. In einem Notfall hätte man so einen Notruf bei der örtlichen Feuerwehr absetzen können. Hierfür hat die Feuerwehr kurzentschlossen an verschiedenen Orten im Gebiet Regensdorf Anlauf- und Meldestellen installiert.

Die eingerückten Offiziere haben an folgenden Standorten Stellung bezogen: Feuerwehr Depot Regensdorf, Feuerwehrlokal Watt, Zentrum Regensdorf, Parkplatz Eckstein Adlikon, Sonnhalde Adlikon.

Feuerwehrkommandant Laurent Cohn berichtet: «So einen Fall hatten wir noch nie. Einzig die Kommunikation via Pager und über das Polycom-Netz funktionierte noch. Wir mussten aus dem Handgelenk heraus etwas auf die Beine stellen.» Über den Ausfall der gesamten Kommunikation wurde zum Teil über Radio informiert. Die Feuerwehr Regensdorf selbst gab die Meldestandorte sicherheitshalber über Facebook bekannt, auch wenn der Zugriff nicht überall funktionierte.

Der Ausfall passierte für die meisten im Schlaf

Die Bevölkerung hat grösstenteils davon wohl nichts mitbekommen. Der Einsatz der sieben ausgerückten Feuerwehrleute dauerte insgesamt etwa eine Stunde. Dann funktionierte die Kommunikation über die üblichen Kanäle wieder. «Wir werden diesen Einsatz sicher noch auswerten und uns auch zusammen mit der Einsatzleitung Gedanken darüber machen, wie in einem ähnlichen Fall oder einem längeren Blackout zu reagieren ist.» Es sei aber sicher schon mal gut, wenn die Bevölkerung wisse, dass die Feuerwehr eine mögliche Anlaufstelle ist. Die jetzt kurzfristig installierten Meldestellen sind aber nicht definitiv. Sicherlich wird das in Zukunft aber noch im Detail angeschaut und zu einem späteren Zeitpunkt entsprechende Informationen frühzeitig bekannt gegeben. Die Feuerwehrdepots sind aber immer eine gute Anlaufstelle, weil diese im Notfall sicher besetzt sind, meint Cohn.

Die jüngsten Störungen traten laut Swisscom aufgrund von Wartungsarbeiten auf. Die Wartungsarbeiten seien aber mittlerweile rückgängig gemacht worden, was zur Erholung der IT-Systeme geführt habe, hiess es am Mittwochmorgen.

Schon der zweite grosse Ausfall bei Swisscom

Bereits im Januar waren die Swisscom-Dienste in grossen Teilen der Schweiz ausgefallen; es dauerte damals gut eine Stunde, bis die Panne wieder behoben war. Damals machte Swisscom ein abgestürztes Netzwerkteil als Ursache aus. Man habe aber technische Massnahmen ergriffen, damit sich so ein Ereignis nicht wiederhole.

Cohn zieht Fazit aus dem Einsatz: «Dank einer gut funktionierenden Milizfeuerwehr war die Sicherheit der Bevölkerung so gut wie möglich sichergestellt. Dank der Redundanz von Pager und Polycom war eine Kommunikation zu und von der Einsatzleitzentrale möglich.»

Gemäss dem Fernmeldegesetz ist die Swisscom verpflichtet, den Zugang zu den Notrufdiensten permanent zu gewährleisten. Nach der zweiten Panne innerhalb eines Monats hat das Bundesamt für Kommunikation am Mittwochnachmittag jetzt «eine vertiefte Abklärung der Ursachen» angekündigt. Nach Angaben der Swisscom kam es in der Nacht bei geplanten Wartungsarbeiten zur Erweiterung der Netzkapazität zu «mehrfachem menschlichem Fehlverhalten».

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 14. Februar 2020, Seite 13 (21 Views)

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