E-Paper - 07. Februar 2020
Furttaler Nachrichten
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Gastkolumne

Tobias Heller

Die Aufwand-Ertrag-Schere

Neulich war es mal wieder so weit: Eine Arbeitskollegin sprach mich auf den mit meiner sportlichen Karriere verbundenen Aufwand an. Wie oft ich trainiere und spiele, wollte sie wissen. Als sie die Antwort, dass nur der Freitag trainings- und spielfrei sei, verarbeitet hatte, folgte die logische Anschlussfrage, mit der ich schon gerechnet hatte: «Wie viel verdienst du denn dabei?» Leider nicht gerade viel. Seinen Lebensunterhalt muss man sich als «Unihockeyprofi» mit einem «normalen Job» verdienen.

Es ist die immergleiche Konversation, die vermutlich jeder Halbprofi schon unzählige Male führen musste. Einerseits das Unverständnis, wieso man so viel Zeit für so wenig finanziellen Ertrag investiert. Andererseits das Unverständnis, wieso man als Unihockeyspieler nicht mehr verdient, wenn man doch einen ähnlichen Aufwand hat wie Spitzensportler. Um es gleich zu beantworten: Natürlich würde ich, und vermutlich jeder meiner Teamkollegen, lieber Profisportler sein und dabei viel Geld verdienen, wie dies beispielsweise im Fussball oder Eishockey der Fall ist. Aber wir sind uns auch alle bewusst, dass dies, zumindest in naher Zukunft, ein Traum bleiben wird. Für Topspieler ist aktuell das höchste der Gefühle, dass man sein Arbeitspensum auf 80 Prozent reduziert und der dadurch entstehende Lohnausfall durch den Lohn vom Verein kompensiert werden kann immer vorausgesetzt, der Arbeitgeber ermöglicht ein Teilzeit-Pensum.Und darum zurück zu der Frage, wieso wir uns diese Strapazen mit dem Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Trainingshalle Tag für Tag antun.

Die Antwort ist eigentlich simpel, aber gleichzeitig so schwierig zu erklären. Denn wer noch nie vor x-tausenden Zuschauern dem Ball nachgejagt ist, die Freude, die Trauer und allgemein die Emotionen auf einer Spielerbank oder in einer Halle erlebt hat, kann das vermutlich nicht verstehen. Es sind Gänsehaut-Momente, die man «selber» herbeiführt und am Ende sind das Erlebnisse, die man mit keinem Geld der Welt kaufen kann.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 7. Februar 2020, Seite 15 (11 Views)

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