E-Paper - 31. Januar 2020
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Miniautobahn kommt nicht vor 2021

Das Projekt für die Miniautobahn durch den Hardwald liegt auf. Von den Einwendungen zum Vorprojekt wurden verschiedene Anregungen umgesetzt. Für 94,5 Millionen will der Kanton Zürich die Strecke zwischen Bülach und Glattfelden ausbauen. Der Baubeginn ist für Mitte 2021 vorgesehen.

Bettina Sticher

Bülach/Glattfelden. Ein weiterer Schritt zur Verkehrsentlastung im Hardwald zwischen Bülach und Glattfelden ist getan. Das definitive Projekt steht und soll die von vielen lang ersehnte Entlastung bringen. Denn mit durchschnittlich rund 27 000 Fahrzeugen pro Tag ist die Strecke seit Jahren stark befahren. Bis ins Jahr 2030 wird weiter eine Verkehrszunahme von 20 Prozent prognostiziert. Viele Lenker umfahren den Abschnitt daher über Schleichwege (Rheinfelderstrasse, Schachenstrasse, Solistrasse, Lokalnetz Bülach), was dort für Probleme sorgt. Der Strassenabschnitt ist zudem auch als Todesstrecke bekannt, weil es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen kam.

Viele Einwendungen berücksichtigt

Diesem Treiben will der Kanton ein Ende bereiten, indem er die Schaffhauserstrasse im Gebiet Hardwald ausbaut. Gleichzeitig soll mit einem Wildtierkorridor die Situation der Tiere verbessert werden. Denn im Richtplan des Kantons ist nicht nur vorgesehen, die A50 mit der A51 als Hochleistungsstrasse zusammenzuschliessen, sondern auch, die ökologische Vernetzung des Hardwaldes wiederherzustellen. Für die Velofahrer wird ein eigener Radweg erstellt. Zum Vorprojekt gab es 2017 60 Einwendungen. Sofern sie berücksichtigt werden konnten, seien sie in das Bauprojekt eingearbeitet worden, erklärt der Projektverantwortliche Hendrik Ullrich auf Anfrage. «Zum Beispiel wurde gefordert, für Fussgänger weitere Querungsmöglichkeiten über die Schaffhauserstrasse zu schaffen. Darauf hin wurde am nördlichen Rand des Hardwaldes ein Unterführungsbauwerk ergänzt, das durch Velofahrer und Fussgänger genutzt werden kann. Ein weiteres Beispiel ist die Umsetzung der geforderten behindertengerechten Zugänge an der Fussgängerüberführung im Hardwald.»

Der umfangreiche detaillierte Projektbeschrieb liegt bis zum 24. Februar in den betroffenen Gemeinden Bülach und Glattfelden auf und ist auch auf der Webseite des kantonalen Tiefbauamtes publiziert. Ohne Einsprachen ist der Baubeginn nach Zeitplan für 2021 vorgesehen, die Fertigstellung 2025. «Falls der Rechtsweg (Regierungsrat, Verwaltungsgericht, Bundesgericht) beschritten würde, könne sich der Baubeginn bis zu drei Jahren verzögern», erklärt Mediensprecher der Baudirektion Thomas Maag. Einspracheberechtigt sind betroffene Grundeigentümer und Umweltverbände. Ob es tatsächlich zu Einsprachen kommen werde, sei schwierig abzuschätzen, so Maag.

Vier Fahrstreifen, Ausbau Kreisel

Die Schaffhauserstrasse soll auf vier Fahrsteifen mit der Fahrgeschwindigkeit von 100 km/h erweitert werden. Der Knoten Chrüzstrasse bekommt einen einspurigen Kreisel mit der Fahrbahnbreite von 6,5 Meter. Der bestehende Radweg entlang der Schaffhauserstrasse wird aufgehoben und entlang der Weiacherstrasse sowie an der Einfahrtsrampe vom Kreisel Richtung Bülach wird ein neuer, drei Meter breiter Radweg gebaut. Fahrbahnüberquerungen und Belichtung sind bisher keine vorhanden und auch keine geplant. Einzig die Radwegunterführung «Im Zelgli» soll einer Beleuchtung ausgerüstet werden. Die bestehende Signalisation und Markierung wird gemäss dem Projektbeschrieb aufgrund der Änderung der Fahrbahnsituation komplett ersetzt. Der Ersatz wird gemäss den aktuellen Richtlinien und Normen ausgeführt.

Vorgeschichte

Ende Mai 2017 hatte sich der Kantonsrat mit 103:59 Stimmen für eine Miniautobahn durch den Wald ausgesprochen. Gegenüber den Argumenten für den Ausbau wie Verkehrssicherheit, Zeitersparnis und Entlastung der Schleichwege befürchteten kritische Stimmen Verkehrszunahme, Förderung des Einkaufstourismus, mehr Bautätigkeit und noch höhere Verkehrsbelastung im Gebiet Eglisau. Im August 2012 hatte der Zürcher Kantonsrat die Motion für den Autobahnzusammenschluss Bülach-Glattfelden mit 101:73 Stimmen  überwiesen. Im Mai 2015 lag das Vorprojekt auf.

Unterland Zeitung vom Freitag, 31. Januar 2020, Seite 1 (16 Views)

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