E-Paper - 31. Januar 2020
Rümlanger Nachrichten
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«Das Geld fehlt uns nun in der Kasse»

Massive Sprayereien an Clubhaus und Tribüne des SV Rümlang sowie beim Schulhaus Worbiger:

Die Vandalenakte im Dorf bedeuten mehrere tausend Franken Schaden. Laut Polizei haben solche Taten in der Region zugenommen.

Sabine Schneiter

Rümlang. «Das ist ärgerlich», sagt Erwin Steffen. Als Platzwart des SV Rümlang kümmert er sich schon seit Jahrzehnten um die Plätze sowie um das Clubhaus und die Garderoben des Fussballclubs. «So etwas ist in über 40 Jahren, die ich nun dabei bin, noch nie vorgekommen», sagt Steffen. Er war es denn auch, der am Montag vor einer Woche die Schriftzüge und Tags am Clubhaus und an den Stützwänden der Tribüne als Erster entdeckt hat. «FC Zürich» und «FCZ» prangte dort nach dem Wochenende in fetter schwarzer Schrift, ebenso wie der Spruch «I love Vandal» und noch einiges mehr.

Um überhaupt auf das Gelände zu gelangen, mussten der oder die Sprayer über den mehr als zwei Meter hohen Zaun geklettert sein. Darüber kann auch Trainer Stefan Moser nur den Kopf schütteln er sei sich nicht sicher, ob es sich um einen Lausbubenstreich oder wohl eher um Vandalismus handle. Klar sei aber: Die Schmierereien zu entfernen, kostet gute 1500 Franken. Zwar übernimmt die Versicherung einen Teil davon, aber trotzdem: «Der Betrag fehlt am Schluss irgendwo in der Vereinskasse. Davon könnten wir zum Beispiel einen Satz Tenues für eine ganze Mannschaft kaufen.»

Schule war schon einmal Ziel

Zu den Geschädigten gehört auch die Primarschulgemeinde Rümlang, als Besitzerin der Schulanlage Worbiger. Dort wurde noch kräftiger auf die Spraydose gedrückt: Der Velo-unterstand ist auf allen Seiten stark versprayt, ebenso eine Wegweisertafel und ein Teil der Schulhauswand. Für die Primarschule ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. «Im Rümelbach hatten wir schon vor drei oder vier Monaten eine versprayte Wand», sagt Sandra De Mitri, Liegenschaftenvorsteherin der Primarschulpflege. Die Kosten, um den Schaden zu entfernen, würden auf 6000 Franken geschätzt.

«In beiden Fällen waren die Sprayereien ähnlich, daher könnten dieselben Personen dahinterstecken», vermutet De Mitri. Abgesehen davon tappe man jedoch im Dunkeln. «Klar ist bloss, dass wir wohl einen FCZ-Fan in Rümlang haben», so die Schulpflegerin. «Schade nur, dass er seine Fussballbegeisterung im Geheimen und auf Kosten der Rümlanger Steuerzahler mitteilen muss.»

Platzwart Steffen hingegen bezweifelt, dass es dem Täter wirklich um den Fussball geht: «Ein echter Fan tut so etwas nicht», findet er. «Bei uns gehen die Emotionen auf der Zuschauertribüne auch hoch, wenn ein Match stattfindet. Doch so etwas würde niemand tun.»

Leichte Zunahme in der Region

Die Polizei erteilt aufgrund der laufenden Ermittlungen keine Auskunft darüber, ob es Hinweise zur Täterschaft gebe. Nur soviel: Dass die Sprühereien der Polizei gemeldet wurden und dass die Kantonspolizei (Kapo) entsprechende Ermittlungen eingeleitet habe. Auch weiss die Kapo von weiteren Vorkommnissen in der Region; zu den genauen Orten würden jedoch keine Angaben gemacht. Dass sich ähnliche Vorfälle in jüngster Zeit häufen, bestätigt aber auch die Polizei: «Im vergangenen Jahr ist in der Region eine leichte Zunahme derartiger Delikte festzustellen», teilt Kapo-Mediensprecher Ralph Hirt mit.

Um sich zu schützen, werde Gebäudeeigentümern empfohlen, Sprühereien möglichst schnell wieder zu entfernen, denn die Sprayer hätten Interesse, dass ihre Tags möglichst lange stehen bleiben. Zudem seien Überwachungsdienste oder das Anbringen von Überwachungskameras oder Scheinwerfern, die an Bewegungssensoren gekoppelt sind, weitere Möglichkeiten, solche Täter abzuschrecken.

Von Kameras wollen derzeit aber weder die Primarschule noch der SVR etwas wissen. «Wir haben Securitas-Personal, das auf unseren Anlagen Runden dreht», sagt De Mitri. Und entfernt werden die Sprayereien in beiden Fällen, sobald sich die Temperaturen wieder über dem Nullpunkt bewegen.

«Wir hoffen, dass das ein einmaliges Ereignis war und die Sache damit erledigt ist», sagt Stefan Moser. Allerdings möchte er den Urheber ermutigen, sich freiwillig zu stellen. «Die Person soll sich bei uns melden, dann können wir eine einvernehmliche Lösung finden. Arbeit gibt es im Verein genug.»

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 31. Januar 2020, Seite 1 (8 Views)

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