E-Paper - 04. Oktober 2019
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«Es braucht mehr Frauen in Bern»

Am vergangenen Freitagabend hat im reformierten Kirchgemeindehaus eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von BDP, GLP und CVP stattgefunden. Die Geschlechterfrage, die Klimapolitik und die AHV standen im Fokus.

Rümlang. Die Apérohäppchen stehen bereit, die Besucherinnen und Besucher haben sich im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses verteilt und füllen emsig die von den Organisatorinnen Nadia Koch (GLP) und Angelika Ruider (BDP) aufgelegten Zettel aus. Warum? Die Zettel sollen die Grundlage der Podiumsdiskussion sein; die Besuchenden können Fragen aufschreiben, auf die sie gerne Antworten hätten. Red und Antwort stehen an diesem Abend BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti, CVP-Nationalrat Philipp Kutter und Barbara Schaffner, Kantonsrätin und Nationalratskandidatin der Grünliberalen.

Umweltpolitik mit fixem Platz auf der politischen Agenda

Gewiss, der Saal im reformierten Kirchgemeindesaal hätte mehr Interessierten Platz geboten. Doch dass die Veranstaltung im kleinen Rahmen stattfindet, ist der Qualität der Diskussion zuträglich. Thema für Thema gehen die Politikerinnen und der Politiker auf die Anliegen der Anwesenden ein beispielsweise die Klimapolitik. Rosmarie Quadranti betont, dass die BDP seit ihrer Gründung vor zehn Jahren Klima- und Umweltpolitik in pragmatischer Weise immer wieder sehr ernst genommen und geprägt habe. Energietechnikerin und Physikerin Barbara Schaffner von den Grünliberalen vertritt klar die Meinung, dass Umweltverschmutzung beziehungsweise die Teilnahme am Strassenverkehr teurer werden müsse; wer Schaden verursache, solle dafür aufkommen. Philipp Kutter von der CVP stellt sich hinter eine Erhöhung des Benzinpreises, wobei er Augenmass fordert und sagt: «Es macht natürlich einen Unterschied, ob jemand einen moderaten Anstieg oder einen Anstieg um 20 Rappen pro Liter fordert.» Alle sind sich jedoch einig, dass das Klima mittlerweile einen fixen Platz in der politischen Agenda hat und dies aus gutem oder eben schlechtem Grund.

Kein Patentrezept für die Lösung des AHV-Problems

Ob es auch eine Greta Thunberg für die Schweizer AHV brauche, lautet eine weitere Frage aus dem Publikum und jemand will wissen, ob nicht mehr Geld statt in den Asylbereich in die AHV fliessen könne. «Nein» lautet die klare Antwort. Die Bereiche seien schlicht nicht vergleichbar, ein solcher Gedanke sei praxisuntauglich, so die Haltung des Trios. «Ein Patentrezept, wie man das AHV-Problem lösen kann, habe ich aber nicht», sagt Philipp Kutter.

Ein weiteres Thema sind Frauen in der Politik. Es brauche mehr Frauen in Bundesbern auch hier besteht Einigkeit. «Es ist nötig, dass Frauen bessere Listenplätze bekommen», sagt Rosmarie Quadranti und auch Barbara Schaffner setzt sich dafür ein, dass der Frauenanteil in Bern steigt: Abgesehen von den fachlichen Fähigkeiten seien Frauen auch besser, wenn es darum gehe, Diskussionen zu führen und Kompromisse zu ermöglichen.

Allerdings habe auch das in gewissen Kreisen noch immer stark prägende klassische Rollenbild einen Einfluss auf die Zahl der Frauen in der Politik. «Bei einem Mann ist es noch eher akzeptiert, wenn er sich für Job und Politik einsetzt als bei Frauen», sagt Philipp Kutter. Ein Seitenaspekt sei auch der Umgang der Öffentlichkeit mit Frauen in der Politik: «Wenn wir angegriffen oder kritisiert werden, wird das sehr schnell sexistisch», sagt Rosmarie Quadranti, allerdings würden auch Männer angefeindet.

Einen schlechten Ruf hätten alle Politiker, so die gewagte These eines Besuchers. Er will wissen, warum das so sei, ob es daran liege, dass Politiker nur redeten, statt zu machen. «Dieser Eindruck kann schon entstehen. Die Mühlen in Bern mahlen tatsächlich langsam, und wenn ein Politiker etwas einbringt, ist es natürlich so, dass das Anliegen durch die Prozesse im Bundeshaus verwässert wird», sagt Philipp Kutter. Da sei man manchmal auch als Politiker nicht ganz zufrieden.

Dennoch betonen alle drei, dass sie in Bern weiterhin tatkräftig für die Anliegen ihrer Wählerinnen und Wähler einstehen werden oder neu einstehen würden. (red)

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 4. Oktober 2019, Seite 11 (22 Views)

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