E-Paper - 27. September 2019
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Flughafenregion blickt in die Zukunft

Der Anlass der Flughafenregion war geprägt von Zukunftsvisionen. Die Referenten zeigten Trends in der Raumentwicklung und Mobilität. Fazit: Ein Mix aus Ausbau, neuer Technologie und Verhaltensänderung bringt am meisten.

Bettina Sticher

Rümlang. Trotz aller Planung, neuen technologischen Möglichkeiten und dem Willen zur überregionalen Zusammenarbeit: Entscheidend ist der Faktor Mensch. Dies kam am Herbstanlass der Flughafenregion Zürich in der Tolba Factory Rümlang zum Ausdruck. René Huber, Stadtpräsident von Kloten und Präsident der Flughafenregion, betonte das hohe Wachstum von 20 Prozent in der Region: «Ein grosser Treiber ist die Glattalbahn.» Er nannte verschiedene Neubauprojekte von Firmen und Wohnüberbauungen.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Claudio Saputelli, Leiter Global Estate der UBS, zeigte anhand von volkswirtschaftlichen Effekten auf, wie wichtig im Immobilienmarkt die Wahrnehmung der Menschen ist. Der Besitztums-Effekt lässt den Eigentümer den eigenen Besitz wertvoller einschätzen als er tatsächlich ist. Der Cobra-Effekt zeigt, wie Eingriffe in den Markt unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Er erklärte, wie das Ausweichen von Eigenheimbesitzern auf günstigere Regionen dort die Preise erhöht habe, während sie in Toplagen eher gesunken seien. Der Run auf weniger attraktive Lagen und kleinere Wohnungen sei strengeren Auflagen beim Hauskauf zu verdanken. Aber: «Ohne Regulierungen hätten wir jetzt eine Riesenblase.» Generell sei aber wegen der Negativzinsen die Nachfrage nach Immobilien hoch. «In der Flughafenregion sind die Preise steigend. Die Dynamik ist hier grösser als im Schweizer Durchschnitt.» Benno Hüppi, Präsident der Zürcher Planungsgruppe Glattal, verdeutlichte, wie wichtig in der Planung auch Freizeiträume und Naherholungsgebiete sind. «80 Prozent des Wachstums sollten entlang den Verkehrsachsen und in urbanen Gebieten erfolgen. Wir müssen entlang der S-Bahn verdichten.»

«Was wollen wir uns leisten für die Zukunft?» stellte Jörg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra), die kritische Frage in den Raum. Und ob wir wirklich wollen, dass sich alle immer und überall günstig bewegen können. Zudem meinte er im Hinblick auf die demografische Entwicklung: «Kommende Generationen werden andere Sorgen haben als ineffizienten Verkehr zu finanzieren.» Viel Verkehr könne man aber auch positiv als Indiz für Prosperität sehen, 80 Prozent des Verkehrs sei Binnenverkehr. Für die Überlastung der Autobahnen nannte Röthlisberger als Hauptursache mangelnde Abflusskapazitäten. «Die Astra ist daran, die Infrastruktur zu verbessern.» Der Astra-Direktor sprach einen ganzen Strauss von Zukunftsvisionen an, von neuen Arbeitsplatzmodellen über Sharing-Angebote sowie neuen Technologien bis zur Temporeduktion: «Ein Ansatz alleine ist nicht die Lösung.»

Paradoxe der Megatrends

Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern zeigte auf, wie die Entwicklung der Bevölkerung die Raumplanung und die Mobilität beeinflussen. Sie sprach von den Auswirkungen auf die Psyche, wobei sie, gespickt mit vielen Beispielen aus aller Welt, vor allem Widersprüche herausarbeitete. So werden wir immer älter, wollen aber dennoch jung bleiben ein Paradox. Die Herausforderung der Mobilität sei, dass wir immer länger mit Altershandicaps lebten. Am anschliessenden Podium nahmen die Referenten sowie Roland Gemperle, Präsident Air Port City, und Kantonsrätin Doris Meier als Gemeindepräsidentin von Bassersdorf teil.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 27. September 2019, Seite 9 (13 Views)

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