E-Paper - 06. September 2019
Furttaler Nachrichten
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Zusammen Kochen und Grenzen überwinden

Zum ersten Mal fand der Anlass «Grenzenlos geniessen» im Schulhaus Petermoos in Buchs statt. Organisiert hat das gemeinsame Kochen die Gemeinde Regensdorf in Zusammenarbeit mit dem Verein JASS.

Malini Gloor

Buchs. Am Sonntag in der Schule sein: Das macht man nur freiwillig. So wie die rund 25 Erwachsenen und Kinder, die am ersten Furttaler Koch-Anlass «Grenzenlos geniessen» im Schulhaus Petermoos in Buchs teilnahmen.

Austausch über Länder hinweg

«Der Sinn des gemeinsamen Kochens und dem Genuss beim Essen ist der interkulturelle Austausch», erklärte Julia Giger, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Regensdorf. Sie hat den Anlass zusammen mit Manuel Reutimann vom Verein JASS, den es seit dem Jahr 2015 gibt, organisiert.

«Unser Verein möchte geflüchtete Menschen und Einheimische zusammenbringen und Vorurteile aus dem Weg räumen. So organisieren wir nebst Koch-Anlässen auch Infoanlässe wie etwa die Reihe ‹Menschen in Schubladen›, an welchen zum Beispiel Muslime über ihre Religion erzählen. Wir wollen die Menschen selbst zu Wort kommen lassen», so Manuel Reutimann. Über das Kochen würden Gemeinsamkeiten entdeckt und die emotionale Distanz verkleinert.

Interessanter Austausch

Für Julia Giger ist der Anlass eine Wiederholung wert: «So ein gemeinsames Kochen, bei dem die Lebensmittel und Rezepte zur Verfügung gestellt werden, und man danach etwas in die Kollekte-Box spendet, ist doch ein schöner Anlass. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreichte ich in meiner beruflichen Funktion als Integrationsbeauftragte, da ich natürlich sehr viel Kontakt mit Zugezogenen habe und sie deshalb persönlich anfragte. Wir verbrachten einen lustigen Nachmittag mit einem interessanten und lehrreichen Austausch.»

Gerichte aus aller Welt

Nach dem Rüsten und Kochen der rund fünf Kilogramm Gemüse, dem Anrichten und Schöpfen ging es ans Essen: Auf dem gemütlichen Sitzplatz der Schulküche sassen die Frauen, Männer und Kinder und liessen es sich schmecken. So schnell wie gekocht war, so schnell war auch gegessen.

«Wir haben den Anlass von 14 bis 19 Uhr geplant, doch so schnell wie heute kamen wir noch an keinem anderen Ort vorwärts», sagte Manuel Reutimann kurz nach 17.30 Uhr überrascht. «Die Anwesenden waren sehr routiniert, was nicht immer der Fall ist. Manchmal wird auch noch diskutiert, wie man denn nun ein Gericht genau kocht. Heute ging es sehr schnell», zeigte er sich erfreut und etwas erstaunt.

Er sucht die Rezepte jeweils nach dem Heimatland der Besucherinnen und Besucher aus. So gab es in Buchs Gerichte aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Ägypten. Nicht fehlen durften Humus, Fladenbrot, ein Kartoffelsalat mit Karotten und ein Tomaten-Bohnengericht sowie Joghurtsauce mit Minze und ein Taboulé-Salat.

Aufräumen gehört dazu

Ohne, dass die Organisatoren darauf aufmerksam machen mussten, räumten alle das Geschirr und die Schüsseln ab und machten sich ans Abwaschen und Abtrocknen. Reste wurden verpackt und mitgenommen, denn es soll nichts fortgeworfen werfen.

Zu guter Letzt wurde der Boden noch gewischt und feucht aufgenommen. Während die einen in der Küche die letzten Handgriffe machten, spielten die anderen draussen mit den Kindern. «Wir nehmen immer auch einige Kisten mit Spielsachen und Zeichenmaterial mit, sodass es den Kindern nicht langweilig wird», erklärte Manuel Reutimann. Das Konzept geht auf: Zufrieden und satt verabschiedeten sich Gross und Klein, Einheimische und Flüchtlinge.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 6. September 2019, Seite 5 (22 Views)

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