E-Paper - 06. September 2019
Furttaler Nachrichten
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365 Tage im Einsatz

Im Furttal öffneten die Feuerwehren Unteres Furttal und Regensdorf aus Anlass von 150 Jahre Feuerwehrverband in der Schweiz vergangenes Wochenende ihre Tore. Die meisten Feuerwehrleute stehen freiwillig im Einsatz.

Sibylle Ratz

Feuerwehr. Die Feuerwehren in der Schweiz sind mehrheitlich im Milizsystem organisiert. Das heisst, Hunderte Personen sind zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit, anderen freiwillig zu helfen und Brände zu löschen.

Wenn der Alarm losgeht, lassen sie alles stehen und liegen

Schweizweit haben am letzten Augustwochenende die Feuerwehren Veranstaltungen organisiert und die Tore ihrer Depots geöffnet. Auch in Otelfingen und Regensdorf wurden die Feuerwehrdepots zum Treffpunkt der Bevölkerung, wo sich Gross und Klein zeigen liessen, wie Brände gelöscht werden und was es sonst noch alles an Ausrüstung und Know-how braucht, um bei der Feuerwehr aktiv dabei zu sein. Beide Feuerwehren, Unteres Furttal und Regensdorf, wie auch die Mehrheit der Feuerwehren schweizweit, existieren dank dem Einsatz dutzender Freiwilliger. Die lassen alles stehen und liegen, sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit und flitzen zu den Einsätzen, egal ob es brennt, ein Verkehrsunfall passiert oder ein Keller überflutet ist, wenn ein Alarm losgeht und die Hilfe der Feuerwehr gebraucht wird. Das braucht grosszügige und tolerante Arbeitgeber, aber auch Familienangehörige und Freunde, die dafür Verständnis aufbringen.

Feuerwehrdepot in Otelfingen selbst umgebaut

Das Feuerwehrdepot in Otelfingen hat alles, was es braucht für einen funktionierenden Betrieb. Früher war hier einmal ein Pneuhaus stationiert. Später haben die Feuerwehrleute es mehrheitlich im Frondienst und mit viel eigenem Einsatz so umgebaut, wie sie es brauchen. «Wir haben eine coole Truppe mit 76 Personen. Das sind relativ viel. Aber wir betreuen ein Gebiet, das durch die Bahnlinie getrennt ist. Wir haben deshalb auch noch zweites Depot in Dänikon», sagt Robert Schneider, Kommandant der Feuerwehr Unteres Furttal. Er habe sein Hobby zum Beruf machen können, arbeitet er doch bei der Gebäudeversicherung in der Abteilung Feuerwehr im Bereich Materialsupport. «Wir haben eine gute Kameradschaft. Nach den Übungen haben wir auch eine gute Seele, die für uns alle auch Essen bereitstellt, kommen doch alle in der Regel direkt von der Arbeit hierher», sagt Schneider. Das fördere auch den Zusammenhalt.

Adliker war einmal weltweit höchster Feuerwehrmann

In Regensdorf stiess Kommandant Laurent Cohn (40) bei den Vorbereitungen auf das Fest, bei dem alle Einsatzfahrzeuge, das Material und die Räumlichkeiten im Depot Regensdorf gezeigt wurden, auch auf einen Hut, der mit dem Namen «Walter Egger» beschriftet war. Walter Egger, mittlerweile 75 Jahre alt, war in seiner aktiven Zeit Präsident des Welt-Feuerwehrverbandes CTIF (Comité Technique International de prévention et d'extinction du Feu) und am Fest zu 150 Jahren Feuerwehren in der Schweiz in Regensdorf vor Ort. Der Adliker, auch jetzt noch hier wohnhaft, freute sich sehr darüber, als ihm der Hut bei einem kleinen Empfang aller ehemaliger Feuerwehroffiziere in Regensdorf überreicht wurde. «Ich hatte ihn schon vermisst», sagt er. Im Gespräch berichtete er vom Austausch mit den Kollegen weltweit, auch über das Milizsystem in der Schweiz. In den meisten Ländern wird Brandschutz und Brandbekämpfung von Berufsfeuerwehr- oder Militärleuten erledigt. Die Organisation im Freiwilligensystem, wie es in der Schweiz mehrheitlich mit wenigen Ausnahmen in den grossen Städten funktioniert, sorgte immer wieder für Staunen und Respekt der Kollegen an den Symposien des Weltfeuerwehrverbandes.

2019 ist in der Schweiz das Jahr der Freiwilligen

In diesem Jahr in der Schweiz das Jahr das Engagement von zahlreichen Freiwilligen im Milizsystem gefeiert. Laurent Cohn, seit diesem Jahr der Kommandant der Feuerwehrtruppe Regensdorf, schildert eindrücklich seinen ersten Einsatz als Feuerwehrmann: «Den dankbaren Blick der Frau, deren Haus unter Wasser stand, als wir mit dem Feuerwehrfahrzeug vorfuhren, werde ich nie vergessen.»

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 6. September 2019, Seite 11 (10 Views)

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