E-Paper - 30. August 2019
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Auf den Spuren der Fledermäuse

Rund 20 Interessierte haben sich vergangenen Freitag mit dem Verein Natur & Umwelt Rümlang auf die Suche nach

Fledermäusen gemacht. An der Glatt konnten sie einige Vertreter der artenreichen Säugetiergruppe erspähen.

Malini Gloor

Rümlang. Kurz vor 20.30 Uhrtreffen die Fledermaus-Freunde bei der Kartbahn Rümlang ein. Rund 20 Naturinteressierte, unter ihnen viele Familien, lauschen der Begrüssung und den Informationen von Ernst Räth, Präsident des Vereins Natur&Umwelt Rümlang (NUR).

Dieser erzählt, dass es weltweit rund 1100 Fledermaus-Arten gibt, davon 30, die in der Schweiz leben. Sie haben eine Flügelspannweite zwischen 20 und 42 Zentimetern, wobei es weltweit jedoch Arten gibt, die bis 70 Zentimeter erreichen.

Die Säugetiere, welche durch ihre Nachtaktivität ökologische Nischen besetzen, sind geschützt. Sie siedeln sich in Baumhöhlen und Gebäuden, etwa in Gebälknischen, an, wo sie Insekten fressen und in der Nacht auf Futtersuche gehen.

Verhalten bei einem Fund

Räth informiert auch über das richtige Verhalten, sollte man selber eine Fledermaus finden. So darf man die Tiere im Winter nicht aufwecken, da sie ihren Winterschlaf halten, der für sie überlebenswichtig ist. Findet man jedoch eine wache Fledermaus, die sich an einem unsicheren Ort befindet, muss man sie sorgfältig in eine mit zerknülltem Haushaltpapier ausgekleidete Kartonschachtel mit Luftlöchern legen und zur nächsten Pflegestelle bringen.

Wichtig ist dabei, Fledermäuse nur mit Handschuhen oder einem Handtuch anzufassen, da sie aus Angst beissen könnten. Zudem empfiehlt es sich, die Kartonschachtel etwas zuzukleben, da die kleinen Flieger sonst ausbrechen könnten.

Mit Detektoren unterwegs

Mit vielen Informationen «gefüttert», setzt sich die Truppe in Bewegung in Richtung der Glatt. Ausgerüstet sind Ernst Räth und Christine Marti, ebenfalls von Natur & Umwelt Rümlang, mit Fledermaus-Detektoren und zwei starken Taschenlampen, welche sie von der Feuerwehr ausleihen konnten.

«Fledermäuse, die übrigens ein Raubtiergebiss haben, jagen Insekten mittels Echo-Ortung. Mit den Detektoren hören wir diese Ultraschall-Laute und sogar, um welche Fledermaus-Art es sich handelt», erklärt Marti.

Zum Mitmachen animiert

Bevor es ans Beobachten geht, sucht Räth einen Freiwilligen, der sich auf den Boden legt. Ein Bub meldet sich und Marti zeichnet seinen Umriss mit Kreide auf die Strasse. Die Zeichnung, welche zunächst an einen Grittibänz erinnert, ergänzt sie mit Ohren, Flügeln und Krallen. Der Sinn der witzigen Übung: Aufzuzeigen, dass Fledermäuse ein sehr ähnliches Skelett haben wie Menschen.

Allerdings ist der Mensch auch der grösste Feind der Fledermaus: «Die Anzahl Fledermäuse sind Gradmesser, wie es der Landschaft geht und wie es um die Lichtverschmutzung steht», sagt Räth. Auch durch das rigorose Abdichten von Gebäuden finden Fledermäuse und auch Vögel keinen Unterschlupf mehr. Wer dem entgegensteuern möchte, baut tier- und naturfreundlich.

Feldstecher ist ein Vorteil

An der Glatt angelangt, wird es bereits dunkel, und bald erscheinen die ersten Fledermäuse. Winzig und als schnelle Flitzer können Zwergfledermäuse und später auch Wasserfledermäuse gesichtet werden. Wer einen Feldstecher dabei hat, ist im Vorteil: Im Dunkeln, nur erhellt vom Schein der Taschenlampen, braucht es doch etwas Glück, um die geschützten Tierchen zu entdecken.

Eine Entdeckung ist aber auch der Proviant, den Christine Marti für den Anlass gebacken hat. Für die Erwachsenen gibt es köstliche Früchtebrötchen, für die Kinder feine Schoggibrötchen. Positiv überrascht kaut man sein Brötchen, trinkt Schorle und freut sich über den einen oder anderen geflügelten Insektenjäger in der Nacht.

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 30. August 2019, Seite 1 (14 Views)

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