E-Paper - 16. August 2019
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Auf dem Seeholz-Bauernhof können Jugendliche Landluft schnuppern

Als Alternative zu Strandferien oder Städtereisen, können Jugendliche in den Ferien auf Bauernhöfen mithelfen und erste Arbeitserfahrungen machen. Ruben Escher aus dem Wallis hat diese Gelegenheit in Watt mit Agriviva genutzt.

Sibylle Ratz

Watt. Vom Bauernhof der Familie Ulrich hat man einen schönen Blick auf den Katzensee. Den geniessen bei schönem Wetter auch die Gäste im Seeholz-Beizli. In erster Linie führen Claudia und Stefan Ulrich einen Landwirtschaftsbetrieb, was viel Arbeit bedeutet, und helfende Hände sind da immer willkommen.

Jugendliche können die Arbeit mit Tieren und Maschinen ausprobieren

In diesen Sommerferien bekamen sie tatkräftige Unterstützung vom 14-jährigen Ruben aus Brig. «Ich möchte gerne einmal etwas mit Tieren machen. Deshalb kam meine Familie auf die Idee, dass ich auf einem Bauernhof arbeiten könnte», erzählt Ruben. Zwei Wochen half er in Watt überall, wo es etwas zu tun gab. Familie Ulrich bewirtschaftet rund 20 Hektare mit Ackerbau, hält Mutterkühe und zahlreiche Kleintiere. An den Sonntagen kommt noch die Besenbeiz dazu. Die Familie hatte in vergangenen Jahren immer wieder «Landdienstler», wie es früher hiess, auf dem Hof. Jetzt wo die eigenen Kinder, Robin und Jonas, 2 und 4 Jahre alt sind, dachte Claudia Ulrich, es wäre eine gute Idee, auch das Angebot von Agriviva zu nutzen und hat auch gleich in einem Werbespot für das Austauschprogramm von «Agriviva» mitgemacht. «Beim Arbeitsprogramm versuchen wir, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen Rücksicht zu nehmen. In der Besenbeiz beispielsweise muss man nicht mithelfen. Es gibt aber bisher viele, die genau das auch toll fanden. Und ich bin natürlich auch froh, wenn ich Hilfe bei der Kinderbetreuung habe. Dann kann ich unter Umständen meinem Mann mit etwas zur Hand gehen.»

Das erste Mal von zuhause weg ist nicht immer ganz einfach

In der ersten Woche habe Ruben Vollgas gegeben und sei voll motiviert gewesen, berichtet Claudia Ulrich. In der zweiten Woche habe sie das Gefühl gehabt, dass das Verlangen nach zu Hause zugenommen habe, da er doch um einiges ruhiger war. Ruben verneint dies: «Heimweh, keine Spur». Ihn hätten die zwei Wochen vor allem darin bestärkt, dass er seinen Weg tatsächlich in der Arbeit mit Tieren sieht. Sehr interessiert war Ruben laut der Familie Ulrich auch an Maschinen, Traktoren und Motoren. Wie es dann effektiv aussieht mit seiner Berufswahl wird sich zeigen, hat er doch noch etwa zwei Jahre Schulzeit vor sich.

In der Freizeit war er zweimal mit der Familie Ulrich am Katzensee unterwegs, zweimal sei er auch alleine hingegangen. Für viele der Jugendlichen ist es auch das erste Mal, dass sie länger von zuhause weg sind. Da kommt es schon auch einmal zu Heimweh. Ein Rezept dagegen hat Claudia Ulrich nicht, aber sie findet in der Regel immer die richtigen Worte und bis jetzt ging das immer ganz gut.

«Wir haben seit rund drei Jahren Jugendliche bei uns in den Frühlings- und Sommerferien. Mit unseren noch zwei kleinen Buben bin ich froh um Unterstützung», sagt Claudia Ulrich, den jüngsten Sohn auf dem Arm. Das funktionierte bisher immer ganz gut. Man merke sicher einen Unterschied, wenn die Jugendlichen aus eigenem Antrieb kommen würden oder wenn sie eher von den Eltern dazu überzeugt werden müssen. Jeder und jede habe dann auch gewisse Vorlieben, wo sie am liebsten mithelfen. Ein einziges Mal hätten sie eine weniger gute Erfahrung gemacht, wo es nicht wirklich gepasst habe. Jetzt überlegt die Familie, ob sie eventuell auch in den Herbstferien temporär jemanden in die Familie aufnimmt. Ruben hat es jedenfalls gefallen. Er geniesst aber auch die restlichen Ferientage mit seiner Familie.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 16. August 2019, Seite 3 (35 Views)

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