E-Paper - 02. August 2019
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Tempo 30 ist in Hüttikon vom Tisch Gemeinderat sucht andere Lösungen

Ende letzten Jahres wurde eine Initiative zu Tempo 30 in Hüttikon für ungültig erklärt. Trotzdem befasste sich die Gemeinde eingehend mit dem Thema. Bei einer Befragung der Bevölkerung wurde Tempo 30 aber nun abgelehnt.

Sibylle Ratz

Hüttikon. Anfang Juli informierte die Gemeinde über das Ergebnis der Umfrage zu Tempo 30 Zone in Hüttikon. Die Mehrheit der Stimmberechtigten lehnte die Einführung der Tempo-30-Zone in einer Befragung ab. Deshalb hat der Gemeinderat dieses Anliegen nun definitiv ad acta gelegt.

Knappes Ergebnis

Ausgelöst wurde alles im letzten Oktober durch eine Initiative, welche die Einführung von Tempo 30 in Hüttikon forderte. Die Initiative wurde für ungültig erklärt, weil eine solche Einführung in der Kompetenz des Gemeinderates liegt. Darauf hin liess die Gemeinde aber ein Gutachten durch Gossweiler Ingenieure erstellen und führte eine Informationsveranstaltung durch (der FU berichtete darüber am 7. Juni 2019). Im Anschluss hatten die Stimmberechtigten Gelegenheit, sich mittels eines Fragebogens zum Thema zu äussern. Von den 584 verschickten Fragebogen kamen 456 zurück. Dies bedeutet eine beachtliche Beteiligung von 78 Prozent. Dabei kam heraus, dass 215 Bewohner für die Einführung von Tempo 30 sind, 236 aber dagegen.

Gemeinderat bleibt dran

An seiner Gemeinderatssitzung vom 15. Juli entschied sich deshalb der Gemeinderat gegen die Einführung von Tempo 30. Das Thema gibt aber schon länger in der Gemeinde zu reden. Erstmalige Anfragen kamen bereits 2011. Markus Imhof, Gemeindepräsident, sagt dazu: «Es liegt jetzt ein demokratischer Entscheid vor, den auch die Befürworter von Tempo 30 akzeptieren müssen. Uns ist aber bewusst, dass insbesondere Eltern von Schulkindern eine Verbesserung der Situation wünschen. Wir werden deshalb prüfen, welche Massnahmen möglich sind, auch ohne Tempo-30-Zone.» Reaktionen habe die Gemeinde bisher noch kaum erhalten auf den Entscheid hin, es sei aber halt auch Ferienzeit.

Tempolimiten einhalten

Der Fokus liegt dabei auf einer der beiden Zentralachsen der Gemeinde Hüttikon, der Oetwilerstrasse. Diese beginnt ab der südlichen Gemeindegrenze und mündet in die Zürcherstrasse. Sie ist eine der wichtigsten Schulwegverbindungen und wird mehrfach von den Schülern ohne Querungshilfen begangen. Tempomessungen im Januar und Februar 2019 haben ergeben, dass an der Oetwilerstrasse das Tempolimit von 50 Stundenkilometern zwar mehrheitlich eingehalten wird. Allerdings gibt es eben auch Ausreisser, die auf dieser Strecke mit über 100 Stundenkilometern durchbrettern, wie die Speedy-Messungen ergeben haben. Ein solches Tempo birgt logischerweise erhebliche Gefahren und sei unverantwortlich auf einer solchen Strasse. «Mit dem starken Gefälle sind Prellböcke aber auf dieser Strasse sicher nicht realistisch. Wir werden mit der Kantonspolizei das Gespräch suchen und schauen, welche Möglichkeiten wir haben, um hier das Gefahrenpotenzial und insbesondere die Geschwindigkeiten zu reduzieren», erklärt Imhof.

Rasche Umsetzung geplant

Die Oetwilerstrasse ist eine Gemeindestrasse und somit kann die Gemeinde das Tempolimit eigentlich bestimmen, braucht aber eine Genehmigung durch den Kanton. Die Signalisation ist eigentlich klar und eindeutig mit Tempo 50 innerorts.

«Eine Massnahme kann sein, dass an der Oetwilerstrasse vermehrt Radarfallen zum Einsatz kommen. Wir werden aber auch das Thema Fussgängerstreifen bei der Kantonspolizei abklären. Bis jetzt wurde keiner bewilligt. Aber wir bleiben dran», so Imhof weiter. Der Gemeinderat sei sich bewusst, dass ein grosser Teil der Hüttiker Einwohnerinnen und Einwohner das Bedürfnis nach mehr Verkehrssicherheit habe. Aus diesem Grunde werde sich der Gemeinderat bemühen, alternative und geeignete Lösungen zu bieten, die die ganze Thematik rund um den Verkehr entschärfen sollen. Die Gemeinde möchte so bei diesem knappen Entscheid akzeptable Massnahmen für beide Lager finden. «Wir möchten nicht in drei, vier Jahren wieder an denselben Punkt kommen, wieder Geld für Gutachten ausgeben und dann doch keinen Schritt weiterkommen. Wir nehmen die Anliegen ernst. Es ist aber eine schwierige Situation. Und man muss den Willen der Stimmbürger akzeptieren», erklärt Imhof.

Keine Geld für Nebenstrassen

Die vielen Stellungnahmen, die zur und nach der Umfrage eingereicht worden sind, würden aufzeigen, wo die Schwerpunkte und die Bedürfnisse der Bevölkerung liegen. Die Gemeinde könne und wolle aber nicht unnötig Geld für Massnahmen ausgeben, wenn diese nicht erwiesenermassen notwendig seien, meint Markus Imhof. Das Verkehrsgutachten habe laut Imhof gezeigt, dass die übrigen Strassen nicht wirklich problematisch seien. Es handle sich in der Regel um Sackgassen und Zubringerstrassen. Somit bestehe in den Quartierstrassen kein Handlungsbedarf an baulichen Massnahmen.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 2. August 2019, Seite 1 (28 Views)

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