E-Paper - 03. Mai 2019
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5G-Moblilfunk-Antennen sind auch schon im Furttal aktiv

Seit gut zwei Wochen ist 5G in schweizweit 54 Gemeinden live geschaltet worden darunter auch in Regensdorf im Furttal. Das sorgt einerseits für Begeisterung, anderseits für Kritik. Und Schmerz. Zumal sich einige wünschten, den neuen Mobilfunkstandard 5G gäbe es nicht.

Sibylle Ratz u. a.

Das Rennen um den neuen Mobilfunkstandard 5G ist in vollem Gange. Es schien als hätte Sunrise die Nase vorne. Vor Kurzem gab das Unternehmen bekannt, knapp ein Dutzend Gemeinden im Zürcher Unterland mit 5G abzudecken, darunter auch Regensdorf und Dällikon. Gut eine Woche später hat Swisscom kommuniziert, bis Ende Jahr die ganze Schweiz mit 5G zu versorgen und wiederum nur wenige Tage später hat sie die erste langfristige Konzession, für 15 Jahre, zur Freischaltung von 5G bekommen. Mitte April ging der Mobilfunkstandard der fünften Generation in 54 Schweizer Gemeinden live. Sunrise verfügt bis jetzt allerdings lediglich über Testlizenzen. Die neue Technik tatsächlich nutzen können aber erst die Personen, die von Telekom-Anbietern Test-Software bekommen haben. Das erste kommerziell verfügbare 5G-Smartphone ist laut Swisscom ab Mai verfügbar.

Verwirrspiel um Antennenstandorte im Furttal

Mit dem Aufschalten der 5G-Technologie hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) auch einen Plan mit den Antennenstandorten aufgeschaltet (Link siehe Hinweis am Ende des Artikels). Die Mobilfunkanbieter lassen sich da weniger gerne in die Karten schauen und kommunizieren nur die mit 5G-Standard versorgten Gemeinden. Auf der Bakom-Karte waren ursprünglich drei Standorte im Furttal, nämlich zwei in Regensdorf und einer in Dänikon eingezeichnet. Auf Nachfrage bei der Gemeinde Dänikon und bei den Telekomanbietern wusste aber niemand davon. Am vergangenen Montag bestätigte das Bakom dann, dass ein Fehler unterlaufen sei und in Dänikon keine 5G-Antenne stehe. Die Karte wurde inzwischen korrigiert. Mittlerweile ist aber auch die zweite Antenne in Regensdorf aus der Karte gelöscht, obwohl die Gemeinde zwei 5G-Antennen-Standorte bestätigt hatte.

Sunrise selbst führt Regensdorf und Dällikon als 5G-Gebiet auf. Diese Unstimmigkeit konnte wie folgt geklärt werden: In der Gemeinde Dällikon selbst steht keine Antenne, das Gemeindegebiet wird aber über die Antenne von Regensdorf aus «mitversorgt».

Auf Anfrage bei der Gemeinde Regensdorf, wie sie zu den 5G-Antennen stehe, äusserte sich Stefan Pfyl, Gemeindeschreiber: «Die Gemeinde Regensdorf ist offen für den technologischen Fortschritt. Insofern hat sie auch keine grundlegenden Bedenken gegen den Ausbau des Mobilfunknetzes auf 5G-Standard.»

Eine Nachfrage bei der Gemeinde Dällikon ergab, dass der Gemeinderat darüber bisher keine Diskussion oder Beratung geführt hatte. Bisher liegt auch kein Antrag für eine 5G-Antenne bei der Gemeinde vor.

Der neue 5G-Standard wird nicht von allen geschätzt

Mit 5G werden Unmengen an Daten blitzschnell übermittelt. Das Herunterladen eines Filmes dauert nur noch eine Minute, egal, ob zu Hause oder unterwegs Warten gehört der Vergangenheit an. Viele künftige Nutzer und insbesondere die Anbieter sind begeistert. Doch die «fünfte Generation» sorgt nicht nur für Wellen der Begeisterung. Für elektrosensible Menschen von ihnen gibt es inzwischen rund 500 000 in der Schweiz sei die Aufrüstung alles andere als erfreulich. Sandra Valentini, eine direkt davon Betroffene sagt: «Mit 5G wird die Volksgesundheit aufs Spiel gesetzt, kritische Stimmen werden ignoriert.» Angesichts davon, dass die neuen Frequenzen dem Bund 380 Millionen Franken in die Kassen spülen, sei diese Ignoranz nicht verwunderlich.

Das Bedürfnis nach schnellem Internet und ständiger Erreichbarkeit sei zudem nicht seitens der Menschen, der Kundschaft entstanden, sondern von Swisscom, Sunrise und Co. gemacht. «Profit steht über Gesundheit. Und das ist fatal.»

Ergebnis von Bundesstudie nicht abgewartet

Was die Gesundheitsbedenken betrifft, sagt Swisscom-Sprecherin Esther Hüsler, dass 5G Frequenzbänder nutze, die bereits für die Vorgänger 3G und 4G genutzt würden oder für Aussenübertragungen der SRG. «Diese Frequenzen sind mit über 30 000 Studien in den letzten 40 Jahren gut erforscht. In keiner dieser Studien wurde wissenschaftlich Schaden ausgehend von Antennenanlagen nachgewiesen.» Beim Stichwort Studien hakt Robert Brunner, Kantonsrat der Grünen aus Steinmaur ein. Er ist der Ansicht, dass Lizenzen für 5G erst erteilt werden sollten, wenn die aktuellen Untersuchungen des Bundesamtes für Umwelt abgeschlossen sind. Mittlerweile macht sich aber in der Bevölkerung Widerstand gegen die neue Technologie bemerkbar. So werden mit einer Petition Unterschriften gegen die Einführung von 5G gesammelt und einige Kantonsparlamente beraten demnächst über Anträge zur Verschiebung der Freischaltung von 5G. Das Genfer Kantonsparlament hat entschieden, dass 5G erst dann aktiviert werden darf, wenn unabhängige Studien zu den Folgen vorliegen, und auch im Jura gibt es einen ähnlichen Entscheid. Dieses Vorgehen wäre gemäss Robert Brunner grundsätzlich der richtige Ansatz gewesen. «Was bringen Studien, wenn Lizenzen erteilt werden, bevor Ergebnisse vorliegen?», fragt er rhetorisch.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 3. Mai 2019, Seite 1 (27 Views)

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