E-Paper - 05. April 2019
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«Eine Ehre für mich und die Landzunft Regensdorf»

Wird es ein guter Sommer? Das entscheidet sich

traditionsgemäss am Zürcher Sechseläuten. Die Landzunft Regensdorf ist hautnah

dabei, wenn am nächsten Montag der Böögg verbrannt wird. Dem Regensdorfer Zunftmeister Thomas

Denzler wird eine ganz

besondere Ehre zuteil.

Sabrina Meier

Regensdorf/Zürich. Sie würden oft verwechselt mit den Zürcher Zünften, sagt Thomas Denzler, seit gut einem Jahr Zunftmeister der Landzunft Regensdorf. Doch das ändere nichts am freundschaftlichen Verhältnis zwischen der Landzunft Regensdorf und den Zürcher Zünften, im Gegenteil. «Wir laden sie aufs Land ein, etwa an unsere einzigartige Blueschtfahrt mit mehr als 20 Kutschen sie laden uns ein in die Stadt», erklärt Denzler. Das aktuelle sei zwar sein sechstes Sechseläuten als Gast in Folge, aber diesmal habe ihn die «Zunft zur Letzi» als Ehrengast eingeladen. «Das ist etwas ganz Besonderes. Schliesslich hat es in jeder Zunft nur drei bis vier Ehrengäste und ich darf Ehrengast sein in meinem ersten Amtsjahr, das ist eine doppelte Ehre.» Neben dem Regensdorfer Zunftmeister werden der Zürcher Hochbauvorsteher André Odermatt, der Obwaldner Regierungsrat Josef Hess und Chris Hipkins, Prime Warden der Worshipful Company of the Basketmakers London, die «Zunft zur Letzi» als Ehrengäste begleiten.

Höhepunkte: Umzug und Auszug

Die Freude ist aber nicht nur bei Thomas Denzler gross, denn die Landzunft Regensdorf reist mit einer insgesamt zehnköpfigen Delegation an den Zürcher Traditionsanlass. Das Tüpfelchen auf dem i sei, dass der neu gewählte Fahnenträger am Sechseläuten auch gleich die neue Fahne präsentieren könne. Die bisherige Fahne war 1979 eingeweiht worden, die aktuelle erst am 23. März dieses Jahres. Und weiter sagt Thomas Denzler: «Ich freue mich auf den Austausch mit Zünftern und Bevölkerung und auf das Anzünden des Bööggs», aber er sei auch gespannt auf das, freue sich auch auf das, was am «Sächsilüüte-Mäntig» passiert, wenn sich die Öffentlichkeit wieder aus den Zürcher Strassen zurückgezogen hat, die letzten Freunde des Grillierens dem Gluthaufen auf dem Sechseläutenplatz den Rücken gekehrt haben. Er spricht vom sogenannten Auszug: «Ich besuche als Ehrengast der Zunft zur Letzi drei andere Zünfte, unter Begleitung des Musik-Corps und stimmungsvoller Laternen.» Neben guten Gesprächen seien es insbesondere die Kampfreden, die solche Abende unvergesslich machten.

Emotionale Erinnerungen

Aber auch der Kinderumzug des Sechseläutens, der schon fast traditionsgemäss bei schlechtem Wetter stattfindet, lässt bei Denzler Freude aufkommen, insbesondere weil er mit Erinnerungen verknüpft ist: «1973 und 1974 bin ich selbst in der Tracht am Kinderumzug mitgelaufen.» Im Zunftlokal «Sagihuus» wurden letzte Woche 47 Kinder für den Kinderumzug des Sechseläutens eingekleidet. «Das ist sehr schön, wenn so viele Kinder teilnehmen und die Tradition pflegen», sagt Chantal Gantenbein, Organisatorin des Kinderumzugs der Landzunft Regensdorf.

Das Zunftwesen sei Thomas Denzler quasi in die Wiege gelegt worden, steht im 57. Zunftblatt. Thomas’ Grossvater, Emil Denzler, war Tagespräsident bei der Gründung der Landzunft Regensdorf und hatte am 26. Mai 1962 den «ungünstigen Voraussetzungen» zur Gründung getrotzt. Es sei eine Gründung mit Turbulenzen gewesen, heisst es im Buch «50 Jahre Landzunft Regensdorf». Heute erfreue sich die Landzunft Regensdorf grosser Beliebtheit, «auch an der letzten Blueschtfahrt hatten wir wieder neue Anwärter dabei», sagt Thomas Denzler und blättert fast andächtig im Zunftblatt und den anderen Unterlagen, die er für das Interview vorbereitet hatte. Er ist, so macht es den Eindruck, von Herzen stolz auf die Geschichte seiner Familie und «seine» Landzunft Regensdorf.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 5. April 2019, Seite 1 (48 Views)

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