E-Paper - 29. März 2019
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Die erste Hürde ist genommen: Regensdorfer sagen Ja zum Surfpark

Politikum Surfpark: Sünde oder Segen? An der Gemeindeversammlung wurde einer Umzonung mit 62,2 Prozent zugestimmt. Damit ist der Grundstein zum Bau des Surfparks gelegt.

Jennifer Zimmermann

Regensdorf. Das gab es in Regensdorf noch nie. Stolze 1084 Einwohnerinnen und Einwohner waren an die Gemeindeversammlung vom 25. März gekommen. Gerade noch 16 freie Plätze gab es. Bei so vielen Anwesenden musste die Versammlung via Liveübertragung in den zweiten, ebenfalls vollen Saal gesendet werden. Diesen habe man zuletzt 1981 gebraucht, erfahren die Anwesenden von Gemeindepräsident Max Walter. Grund für den Grossandrang: Das Projekt waveup, das auch emotional hohe Wellen schlug. Der mögliche Bau eines Surfparks war in den Wochen und Monaten zuvor heftig diskutiert worden. An der Gemeindeversammlung kam das Projekt nun vors Volk.

Konkret wurde in einem ersten Schritt über eine Änderung der Bau- und Zonenordnung abgestimmt, welche den Bau des Surfparks überhaupt ermöglicht. 646 Personen stimmten dafür, 392 dagegen, 46 enthielten sich ihrer Stimme. Die ehemalige Erholungszone Leematten wird damit neu zur Landwirtschaftszone und die Landwirtschaftszone Wisacher zur erweiterten Erholungszone mit Gestaltungspflicht. Die Weichen für den Bau eines Surfparks sind damit gestellt.

«Eine Umweltsünde!»

Die Mehrheit mag für den Surfpark gestimmt haben, zufrieden sind damit aber nicht alle. Das zeigten emotionale Voten an der GV. Meist ältere Stimmbürger und langjährige Regensdorfer stellten sich klar gegen den Surfpark. «Eine Umweltsünde und eine Energieverschwendung von A bis Z» sei das, findet etwa der pensionierte Landwirt Urs Berger. Auch Matthias Menzi ist gegen das Projekt: «Es ist falsch gegenüber den Anwohnern, die der Ruhe wegen hierher gezogen sind und es ist ein Affront gegen die Bauern.» Der diplomierte Ingenieur, André Liechti, bemängelte den Umweltbericht. «Die Faktenlage ist ungenügend.» Er befürchtet, dass die Aerosole Bakterien und Viren transportieren würden. Wieder andere zeigten sich besorgt, dass die Anlage zu laut und der Verkehr in den Wohngebieten zunehmen würde.

Keine Schlafgemeinde

Gemeindepräsident Max Walter hatte Antworten parat: «Das Lärmgutachten hat gezeigt, dass die Lärmgrenzwerte unterschritten werden. Der Kinderspielplatz und das Planschbecken kommen ausserdem abseits der Wohnhäuser zu stehen. Das Wasser zum Surfen wird Trinkwasserqualität haben und nicht zuletzt besagt das Mobilitätskonzept, dass 50 Prozent der Gäste mit dem öffentlichen Verkehr anreisen sollen.» Der Verein waveup hat vorgesehen, ein Parkhaus mit 300 Parkplätzen zu erstellen. Dieses sei nur über die Moosäckerstrasse erreichbar und tangiere die Wohngebiete nicht.

Walter hob zudem hervor, dass Regensdorf weiterwachsen und keine Schlafgemeinde sein wolle. Um gesund zu wachsen, was Regensdorf unweigerlich tun werde, brauche es die nötige Infrastruktur. Umso besser, wenn diese auch kostenlos sei, da der Verein waveup alle Kosten und das finanzielle Risiko tragen würden.

Das Gebiet Wisacher, das an die Sportanlage Wisacher angrenzt, sei für den Surfpark ideal und aus gesamthaft 27 evaluierten Standorten erkoren worden. Hier solle eine Sportstätte mit grosser Ausstrahlung entstehen, die das Furttal als Sportregion bekanntmachen würde. Mit dem Surfpark würden nicht nur rund 50 neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern das lokale Gewerbe würde ebenso profitieren, so Max Walter.

Mut beweisen

Das Schlagwort «Schlafgemeinde» fiel vermehrt und auch Heinz Gärtner, Geschäftsführer der Standortförderung Furttal blies ins gleiche Horn: «Firmen, die sich hier niederlassen, möchten eine gute Infrastruktur und nicht nur eine gute Verkehrsanbindung.» Auch Susanne Künzle, Präsidentin der SVP Regensdorf, sieht den Surfpark als Investition in die Zukunft der Gemeinde. Weitere Frauen, die hier aufgewachsen sind, appellierten an den Bewegungsdrang der Kinder und Jugendlichen und daran, mit diesem Projekt Mut zu beweisen.

Ein Antrag auf Diskussionsabbruch machte den Emotionen nur kurz ein Ende. Als klar wurde, dass die Umzonung durchkommen würde, klatschten und jubelten die Befürworter ungehemmt. Max Walter musste nicht zum ersten Mal an diesem Abend zur Ruhe aufrufen.

«Ich fühle mich um 1000 Kilogramm leichter!», strahlte Pascal Brotzer, Gründer und Präsident des Vereins waveup. Seit sieben Jahren hätten sie unermüdlich für diesen Moment gekämpft. Weiter geht es an der Gemeindeversammlung im Dezember. Dann steht der Surfpark erneut auf der Traktandenliste und es wird über den Gestaltungsplan im Detail abgestimmt.

Zwei weitere Mal Ja

An der Gemeindeversammlung wurde auch über die Genehmigung der Kreditabrechnung für die Grundwasserwärmepumpe des Schulhauses Ruggenacher 1, 2 und 3 und über eine Anpassung des Kernzonenplans Oberdorf abgestimmt. Beide Anträge wurden mit einer grossen Mehrheit angenommen.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 29. März 2019, Seite 1 (51 Views)

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