E-Paper - 01. März 2019
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Chilis scheiterten an eigener Unreife

Die Hot Chilis verlieren das dritte NLB-Playoff-Spiel klar mit 2:8 gegen Lejon Zäziwil und scheiden damit schon im Viertelfinal aus. Das Team verlor die Souveränität aus der Qualifikation, stellt Trainer Pascal Meier fest.

Michael Hotz

Rümlang. Die Ausgangslage vor dem dritten Spiel zwischen den Hot Chilis Rümlang-Regensdorf und Lejon Zäziwil war klar: Beide Teams hatten zuvor je ein Spiel im Playoff-Viertelfinal gewonnen. Im dritten Duell der zwei NLB-Vereine ging es darum, welches Team in den Halbfinal vorstossen kann.

Wie schon im zweiten Spiel, das die Chilis 4:8 verloren hatten, starteten die Unterländerinnen auch vergangenen Sonntag schlecht in die Partie. Den ersten Gegentreffer kassierten sie bei nummerischer Überzahl. Bis Ende des ersten Drittels führte Lejon schon mit 4:0. Diesem grossen Rückstand rannten die Hot Chilis bis zum Schlusspfiff nach. Sie verloren diskussionslos mit 2:8.

«Zu überhastet, zu unreif»

Damit ist die Saison für die Unterländerinnen gelaufen. «Wir sind an einem sehr starken Gegner gescheitert», bilanziert Cheftrainer Pascal Meier. Auch er bemerkte, dass sein Team in den beiden letzten Partien gegen Lejon jeweils viel Mühe in der Startphase hatte. «Wir machten zu viele Fehler im Aufbau unseres Spiels, die Gegnerinnen konterten uns dann aus. Vor dem generischen Tor versagten leider unsere Nerven, während Lejon seine Chancen eiskalt nutzte.» Vom Einsatz her könne er seinen Spielerinnen hingegen keinen Vorwurf machen. «Wir agierten in den Playoffs einfach zu überhastet und waren zu unreif», sucht der Cheftrainer, der seit dieser Spielzeit die Chilis führt, nach Gründen für das Ausscheiden. Das Team habe den Sieg eventuell zu fest gewollt.

Eine Rolle könnte laut Pascal Meier auch der «Playoff-Fluch» gespielt haben, der auf den Hot Chilis lasten soll. In den vergangenen Saisons startete der Verein jeweils mit Aufstiegsambitionen. Doch sechsmal in Folge war im NLB-Halbfinal Endstation. «Vielleicht hatten einige Spielerinnen unbewusst etwas Angst vor den Playoffs», mutmasst der Chilis-Coach. Vor und während dem Duell mit Lejon zog der Staff extra einen Mentaltrainer bei. Genützt hat es dann trotzdem nichts.

Grosser Umbruch vor der Saison

In der entscheidenden Phase der Saison fehlte den Chilis also der nötige Schuss Coolness, den sie in der Qualifikation noch hatten. Lange führten sie sogar die Tabelle an, erst im letzten Spiel vor den Playoffs gab man Platz 1 noch aus den Händen. Das Ziel, sich als eines der ersten vier Teams für die Playoffs zu qualifizieren, wurde damit aber locker erreicht. «Deshalb bin ich eigentlich zufrieden mit unserer Saison, auch wenn das frühe Aus bereits im Viertelfinal natürlich schmerzt», betont Pascal Meier. Viele Beobachter der Unihockey-Szene hätten den Hot Chilis die Souveränität, die sie in der Qualifikation oft an den Tag gelegt hätten, gar nicht zugetraut.

Denn der Verein vollzog nach der Saison 17/18 einen grossen Umbruch. Der damalige Cheftrainer Stephan Wächter trat ab. Mit ihm verliessen gleich zehn Spielerinnen den Club, davon sechs Leistungsträgerinnen. Der namhafteste Abgang war jener von Hanka Lacková. So stieg Pascal Meier zum Chef an der Bande auf, zusammen mit Assistent Philipp Düsel. Ins Team wurden einige hoffnungsvolle junge Spielerinnen integriert. «Mit deren Entwicklungen bin ich sehr zufrieden», sagt Pascal Meier dazu. Deshalb sei er auch positiv gestimmt, was die Zukunft angehe.

Zukunft Meiers ist noch unklar

Seine eigene Zukunft ist jedoch noch nicht geklärt. «Ich muss mir noch Gedanken machen, ob ich weiter als Trainer amten werde», so Pascal Meier. Er sei nämlich vor kurzem aus der Region weggezogen. Der Aufwand sei für ihn darum allenfalls zu gross. Sicher ist: Philipp Düsel wird dem Unterländer Verein erhalten bleiben. Das hat er gemäss Pascal Meier bereits zugesichert.

Tritt der Cheftrainer nach bloss einer Saison tatsächlich ab, würden die Chilis ein Gespann verlieren, das sich schon länger kennt. Pascal Meier und Philipp Düsel spielten früher lange bei Unihockey Limmattal zusammen. «Wir ziehen am gleichen Strick und teilen eine ähnliche Spielphilosophie», sagt Pascal Meier. In den nächsten Tagen hat er Zeit, um sich über seine Zukunft klarzuwerden. Er hat seinen Spielerinnen einige Wochen trainingsfrei gegeben. Bis April sind aber doch Einheiten vorgesehen, damit neue Spielerinnen getestet werden können. Eine Pause folgt noch vor dem Sommertraining, bevor alles wieder neu beginnt.

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 1. März 2019, Seite 1 (36 Views)

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