E-Paper - 08. Februar 2019
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Aufmarsch der bürgerlichen Regierungsratskandidaten in Buchs

An einem öffentlichen Podium in Buchs stellten sich die fünf bürgerlichen Kandidierenden für den Regierungsrat den Fragen von Moderator Benjamin Geiger und jenen der anwesenden Gästen.

Sibylle Ratz

Buchs. Der Saal in der Pemo-Arena in Buchs ist nur zur Hälfte gefüllt, trotz Aufmarsch der bürgerlichen Politprominenz zum Wahlkampf für den Regierungsrat Ende März. Ernst Stocker (SVP), Silvia Steiner (CVP) und Carmen Walker Späh (FDP) als amtierende Regierungsräte sowie Natalie Rickli (SVP) und Thomas Vogel (FDP) als neue Regierungsratskandidierende nahmen sich Zeit auf Einladung von Jürg Sulser und Beat Huber, beide Kantonsräte aus dem Furttal, beim öffentlichen Podium Red und Antwort zu stehen.

Routinierte Politikerantworten

Die drei amtierenden Regierungsräte plauderten mit Moderator Benjamin Geiger, Chefredaktor des «Zürcher Unterländers», über ihre bisherigen Amtserfahrungen und versuchten ihre geleistete Arbeit ins beste Licht zu rücken. Carmen Walker Späh strich in ihren Voten die Verantwortung für die Arbeitsplätze im Kanton heraus und die Bedeutung von Zürich als grösste Volkswirtschaft der Schweiz und somit als grösstem Nettozahler. Als grösste Herausforderung nannte sie etwa die Digitalisierung. «Ich arbeite mit Leidenschaft für Zürich und hoffe, man merkt auch, dass ich es gerne mache.» Sie kam sogar an ihrem Geburtstag extra an das Podium. Ihr grösster Ärger der bisherigen Amtszeit war der «Schiffs-Fünfliber», der sich in der Zwischenzeit wieder erledigt hat.

Silvia Steiner als Bildungsdirektorin zeigte sich glücklich, dass sie alle Abstimmungen gewonnen hat. Jetzt ginge es um die Umsetzung des Lehrplans 21. Steiner sagt: «Ich möchte die sinnvoll beste Bildung ermöglichen. Diese ist aber auch äusserst komplex. Die Vernetzung und die Zusammenhänge sind herausfordernd.»

Ernst Stocker seit 2010 in der Regierung, zuerst in der Volkswirtschaft, dann Finanzminister zeigte sich voll motiviert: «Die Meldefrist für Kandidaten ist abgelaufen. Ich mache meinen spannenden Job ausserordentlich gerne und möchte auch in Zukunft die Geldversorgung für den Kanton sicherstellen.

Neukandidatin Natalie Rickli meinte: «Ich wurde immer wieder für eine Kandidatur angefragt. Bisher hatte ich aber immer noch zu viele andere Projekte und gar keine Zeit. Jetzt scheint es mir, der richtige Zeitpunkt zu sein.» Sie punktete in der Diskussion immer wieder durch ihre routinierte Art und ihre Erfahrung auf nationaler Ebene. So schaffte sie es, mit gezielten Stichworten auch vereinzelt Applaus einzuheimsen.

Thomas Vogel war noch am ehesten ein wenig nervös bei seinem Auftritt, obwohl er viele politische Erfahrungen als Kantonsrat mitbringt. Er würde sich ebenso wie Rickli für jedes Departement zur Verfügung stellen, wie man es auch von den neuen Regierungsratskandidaten erwartet.

Genderfrage kein grosses Thema

Von Moderator Benjamin Geiger auf eine mögliche Frauenmehrheit nach den Wahlen im Regierungsrat angesprochen wenn die bisherigen inklusive Jacqueline Fehr von der SP gewählt werden und neu Natalie Rickli , meinte Walker Späh: «Ich freue mich darauf. Aber es kommt in erster Linie auf die Persönlichkeit und den Willen zur Zusammenarbeit an.» Silvia Steiner sagt dazu: «Das wäre ein neues Feeling. Ich war immer nahe an Männerdomänen. Wichtig ist, dass alle am gleichen Strick, in die gleiche Richtung ziehen. Unserem Kanton muss es gut gehen.» Für Natalie Rickli ist das gar kein Thema: «Frauen können alles erreichen. Die Gender-Diskussion ist für meine Generation müssig. Ich zeige, dass man erreichen kann, was man will.»

Herausforderungen der Zukunft

Für Ernst Stocker ist es in einer neuen Amtszeit wichtig, dass die Finanzen stabil bleiben: «Der Haushalt ist ausgeglichen durch Massnahmen und die gute wirtschaftliche Lage. Die Schuldenlast ist minimiert, alle Aufgaben sind erfüllt, dem Kanton geht es gut. Sorge bereit mir die Unternehmenssteuerreform. Da hoffe ich auf eine gute Lösung.» Für Silvia Steiner bedeuten die steigenden Schülerzahlen eine Herausforderung. Bis 2030 rechnet sie mit 20 Prozent mehr Primarschülern und 30 Prozent mehr Schülern an der Oberstufe und in den Berufsschulen. Daher müsse man die Schulraumplanung vorausschauend im Auge behalten. Sie will zudem die Berufsmaturität attraktiver machen und freut sich auf die zwei neue Gymnasien in Wädenswil und Uetikon am See. Carmen Walker Späh verwies auf die sinkenden Arbeitslosenzahlen. Sie will, dass der Kanton gut ist und bleibt, ebenso wie der öffentliche Verkehr. Tempo möchte sie machen bei den verschiedenen Infrastrukturprojekten wie Gubrist, Umfahrung Eglisau, Glattal, Rosengarten.

Thomas Vogel hielt fest, dass auch der Kantonsrat dazu beigetragen hat, dass es Zürich gut geht. Das Bevölkerungswachstum in den nächsten Jahrzehnten bedeute dichteres Leben, bringe Fragestellungen zu Sicherheitsthemen und Infrastruktur und stelle eine direktionsübergreifende Herausforderung dar. Da grätschte Natalie Rickli gleich rein und meinte: «Ich bin nicht so euphorisch wegen dem Wachstum. Ich mache mir Sorgen. Es braucht qualitative Zuwanderung. Unsere Gemeinden müssen viel zahlen. Sorgen bereiten mir auch die vielen Kinderehen. Ich will qualitativ wachsen.» Dafür erhielt sie dann auch gleich spontanen Applaus ihrer Wählerschaft.

Ernst Stocker erklärte Silvia Steiner zu seiner besten Kundin. «Sie braucht zehn Millionen Franken pro Tag, das macht jährlich 3,5 Milliarden für die Bildung. Aber junge Leute sind wichtig für unsere Gesellschaft.» Thomas Vogel will noch an seinem Bekanntheitsgrad arbeiten. «Mit Support der SVP reicht es auch. Wir haben starke inhaltliche Übereinstimmung, aber auch Differenzen. Zum Schluss meinte Ernst Stocker: «Ich habe grossen Respekt vor dem Amt. Wachstum im Kanton Zürich ist real. Aber es darf nicht nur kosten, da muss auch was zurückkommen.» Fragen aus dem Publikum kamen nur noch wenige.

Fazit: Es ist viel Erfahrung vorhanden

Es hat sich gezeigt, dass alle bisherigen Kandidaten auf gute Erfahrungen zählen können, Thomas Vogel braucht noch ein wenig Übung und Natalie Rickli versteht es bestens, in den entscheidenden Momenten ihre Botschaften zielgerichtet zu platzieren.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 8. Februar 2019, Seite 5 (20 Views)

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