E-Paper - 08. Februar 2019
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«Kultur ist ein Bedürfnis der Menschen»

Im vergangenen Jahr bildete sich im Kanton Zürich die Lobbyorganisation Pro Kultur Kanton Zürich. Die Gemeinde Buchs ist Mitglied der Organisation. Ein Gespräch mit Gemeindeschreiber Urs Tanner über die Gründe dieses Engagements.

Sibylle Ratz

Buchs. Pro Kultur Kanton Zürich setzt sich für den Erhalt und die Stärkung der öffentlichen Kulturförderung im Kanton ein. Konkret geht es um das neue Lotterie- und Sportfondsgesetz. 2019 wird der Regierungsrat dem Parlament einen neuen Vorschlag dazu unterbreiten. Buchs ist bisher einzige Furttaler Gemeinde, die Pro Kultur Kanton Zürich beigetreten ist. Mitglied ist auch die Mühle Otelfingen. Mittlerweile sind rund 50 weitere Gemeinden und Städte des Kantons vertreten nebst vielen kulturellen Institutionen. Urs Tanner, Gemeindesschreiber von Buchs, stellte sich Fragen zur Kulturförderung im Allgemeinen und zur Mitgliedschaft im Speziellen.

Herr Tanner, wie kam es zum Beitritt der Gemeinde Buchs bei Pro Kultur Kanton Zürich?

Als Gemeindeschreiber bin ich im Verbund der Zürcher Gemeindeschreiber mit dabei. Im vergangenen Jahr hatte mich meine Kollegin Brigit Frick, stellvertretende Gemeindeschreiberin aus Dürnten und Gemeinderätin in Fällanden und als Einzelperson Mitglied von Pro Kultur Kanton Zürich, an einem Anlass auf die Organisation und eine mögliche Mitgliedschaft angesprochen. Wir haben uns dann in Buchs aus Solidarität entschlossen, ebenfalls Mitglied zu werden. Der Jahresbeitrag beträgt nur 70 Franken und ist somit kein Problem. Wir wollten damit sicherstellen, dass wir darüber informiert sind, was im Kantonsrat und bei den Verhandlungen läuft. Zur Diskussion steht ja derzeit eine Kürzung der finanziellen Mittel für die Kulturförderung im Kanton beziehungsweise der Wunsch nach einer Umstrukturierung der Finanzierung basierend auf einem Zwei-Säulen-Prinzip. Und wir möchten ein Zeichen setzen, dass wir uns für Kultur engagieren. Die Mitgliedschaft bei Pro Kultur Kanton Zürich gibt uns auch einen Zugang zu kulturellen Aktivitäten und neue Impulse für unser Jahresprogramm.

Wie stark werden die kulturellen Aktivitäten in Buchs von den Kantonsfinanzen beeinflusst?

Nicht wirklich. Wir beantragen zwar jedes Jahr Unterstützung beim Kanton und haben auch schon Gelder bekommen. Es gibt da aber auch Anforderungen für eine Mindestzahl an Veranstaltungen pro Jahr, damit man in Genuss der Fördermittel kommt. Das ist bei uns nicht jedes Jahr gegeben. Wir haben da wirklich tolle Veranstaltungen, die immer auch auf ein sehr positives Echo stossen. So zum Beispiel 2017 «Buchs lebt» mit einem Skulpturenprojekt. Oder den Schreibwettbewerb mit Schülern von Zihl, Zwingert und Petermoos im November 2016. Unser Budget ist seit Jahren in etwa gleichbleibend bei rund 20'000 Franken pro Jahr. Wir gehen damit sorgfältig um. Ein Teil der Aktivitäten wird über Kostenbeteiligungen wie Eintritte refinanziert.

Wie steht es um die Kultur im Furttal allgemein und in Buchs im Speziellen?

Wir sind im Furttal eigentlich gut aufgestellt, was Kultur anbelangt. Ich schätze auch die Mühle Otelfingen sehr. Es gibt immer wieder Anlässe und Veranstaltungen mit bekannten Persönlichkeiten in den verschiedenen Gemeinden. Ich persönlich finde sowohl Quantität wie auch Qualität sehr gut. Da gibt es eigentlich keinen Mangel. Trotzdem gilt es, all dem Sorge zu tragen, und es passiert nicht einfach so. Wir haben eine sehr engagierte und tolle Kulturkommission in Buchs. Mehrheitlich sind das Pensionierte, die sich sehr viel Zeit nehmen für die Aktivitäten im Dorf. Unter den Mitgliedern ist auch der bekannte Eisenplastiker John A. Tobler. Das Rhinozeros vor der Zürcher Kantonalbank an der Bahnhofstrasse ist beispielsweise von ihm. Und auch in Buchs selbst zeugen die Raben vor dem Gemeindehaus von seinem kreativen Schaffen.

Wieso ist Kultur überhaupt wichtig?

Kultur ist ein Bedürfnis der Menschen. Es geht um Kreation, um Ideen, nicht um dem normalen Gang. Dazu braucht es Freiräume, Zeit und halt auch finanzielle Mittel. Kreativität ist eine Einzelleistung, die immer bestanden hat und die nicht unbedingt einen direkten Nutzen zur Folge hat. Kunst und Kultur sind der Ausdruck von menschlichen Individuen in Gegensatz zur Geistesleitung von Pflanzen und Tieren. Inspiration und Anregungen stehen Nützlichkeit gegenüber. Dafür können aber auch Gemeinschaft, gemeinschaftliche Erlebnisse und ganz interessante Sachen mit einer Eigendynamik entstehen.

Was bedeutet Ihnen persönlich Kultur?

Meine Inspiration nehme ich aus der Fotografie. Ich habe ursprünglich die Kunstgewerbeschule absolviert und gehe gerne an Ausstellungen, ins Theater, an Konzerte. Mich interessiert Malen, Fotografie, Kunst, Kultur, ein breites Spektrum. Es ist für mich ein Kontrast zum Arbeitsalltag, den ich sehr schätze.

Auf was freuen Sie sich im Kulturprogramm in diesem Jahr?

Gespannt bin ich auf das Musikfestival für Nachwuchskünstler im Mai. Und auf die Ausstellung «Buchs spinnt» im Herbst.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 8. Februar 2019, Seite 1 (24 Views)

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