E-Paper - 01. Februar 2019
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In Buchs wird an der Urne über Landverkauf entschieden

An der Gemeinde-

versammlung letzten November wurde das Geschäft zum Verkauf einer gemeindeeigenen Parzelle im Gebiet Würi abgelehnt. Jetzt wird darüber aber an der Urne abgestimmt.

Sibylle Ratz

Buchs. Der Gemeinderat Buchs ist für den Verkauf einer Parzelle im Gebiet Würi. Die Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde empfiehlt gemäss den offiziellen Abstimmungsunterlagen den Antrag des Gemeinderates abzulehnen. Man ist sich in der Gemeinde Buchs uneinig über das Geschäft.

Verkäufe im Baurecht geplant

Konkret geht es um eine Parzelle, Kataster-Nummer 2523, die entlang den Bahngleisen der S-Bahn und einem Industriegleis liegt. Das 5290 m² grosse Landstück ist asymmetrisch und die Erschliessung nur auf einem begrenzten Teilstück entlang der Furtbachstrasse möglich. Anfang 2015 legte der Gemeinderat von Buchs eine Strategie für gemeindeeigene Liegenschaften fest und im August desselben Jahres wurden daraufhin sämtliche Bauparzellen im Gebiet Würi zur Abgabe im Baurecht öffentlich ausgeschrieben.

Zwei Parzellen konnten daraufhin im Baurecht abgegeben und zwei weitere längerfristig vermietet werden. Einzig für besagtes Grundstück konnte kein geeigneter Baurechtsnehmer gefunden werden. Der Gemeinderat bemühte sich dann selbst um den Kauf der Nachbarparzelle von einem Privateigentümer, bekam aber den Zuschlag nicht. Nach dem Verkauf der Nachbarsparzelle kontaktierte die Gemeinde die Käuferschaft und suchte nach einer gemeinsamen Lösung. So entstand die jetzige Vorlage, über die am 10. Februar abgestimmt wird. Die Investoren möchten das Konzept, das auch der Gemeinderat im Auge hatte, realisieren. Die Fläche der beiden Parzellen, - diejenige, die im Besitz der Investoren ist und die andere, über deren Verkauf abgestimmt wird, - soll in einem einzigen Projekt zu vereint werden, um ein Gesamtkonzept für eine Überbauung zu realisieren. Vorgesehen ist eine Mischnutzung zwischen Wohnungen und stillem Gewerbe. Dazu kommt noch die schmale Parzelle 2521, die unmittelbar an den Bahndamm angrenzt. Sie war ursprünglich für einen Gehweg ausgeschieden worden. Dieser kann aber in der ursprünglichen Form nicht mehr realisiert werden wegen der neuen Überbauungen westlich der Parzelle. Deshalb hat sich der Gemeinderat mit der möglichen Käuferschaft darauf verständigt, dass auf beiden Parzellen künftig ein öffentlicher Weg durch eine Dienstbarkeit gesichert werden soll. Der Verkaufspreis für die beiden Grundstücke beträgt 1260 Franken pro m². Mit einer Grundstücksgesamtfläche der beiden Parzellen von 6242 m² ergibt sich damit ein Landwert von mehr als 7,86 Millionen Franken. Mit dem Verkaufserlös könnten sämtliche Fremdkapitalschulden der Gemeinde zurückbezahlt werden. Der Rest soll für künftige Investitionsprojekte verwendet werden.

Investoren bauen sowieso

Hinter der einfachen Gesellschaft «Buchs 5» stehen die R. Fuchs AG und die Trade Tool AG. Das sind zwei schweizerische Investitionsfirmen, die seit Jahren gemeinsam, aber auch mit anderen Partnern, Bauland akquirieren und auf die Entwicklung, Erstellung und Vermarktung von Immobilien, vornehmlich Eigentumswohnungen, spezialisiert sind.

Beim Kauf bilden die beiden Firmen als Gesamteigentümer eine einfache Gesellschaft für den geplanten Landkauf. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten und Abrechnung wird die einfache Gesellschaft ersatzlos aufgelöst.

Gemäss dem Gemeinderat ermöglicht die gemeinsame Planung und Bebauung der drei aneinander grenzenden Parzellen ein besseres und sinnvolleres Bebauungskonzept und eine gute Erschliessung für dieses Areal. Insbesondere wäre es dank der Grösse möglich, die Gewerbe- und Wohnbauten zu entflechten. Für den Gewerbeanteil (70 Prozent) kommen in erster Linie Betriebe aus dem Dienstleistungssektor in Frage. Aufgrund der bestehenden Zonenordnung ist die Ansiedlung eines Detailhändlers nicht erlaubt.

Strategie wurde angepasst

Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt, den Antrag des Gemeinderates abzulehnen. Der Verkauf der beiden Grundstücke sie aus finanzpolitischen Überlegungen weder notwendig noch sinnvoll. Urs Tanner, Gemeindeschreiber von Buchs, meint: «Jetzt besteht die einmalige Chance, etwas Sinnvolles an dieser Stelle zu realisieren. Ansonsten haben wir eine 'Helikopter'-Parzelle mit schwierigem Zugang und geringem Nutzen, die brach liegt. Wir haben im Vorfeld ja schon mehrfach versucht, das Grundstück im Baurecht abzugeben. Aufgrund der schwierigen Form haben aber alle Interessenten abgelehnt.» Die Gemeinde hätte noch genügend anderes Eigentum, wo das Baurecht Sinn mache und die auch im Besitz der Gemeinde bleiben. «Auch wenn man eine Strategie hat, gilt es, diese zu überprüfen. In diesem speziellen Fall sieht der Gemeinderat langfristig im Verkauf die bessere Variante», sagt Tanner.

Philippe Grunder von der Fuchs AG betont: «Wir wollen kein lärmiges Gewerbe auf dem Gelände und damit selber Minderwert schaffen. Mit dem relativ hohen Landpreis ist es für uns wichtig, dass wir den Wert der geplanten Wohnungen erhalten. Die Wertschöpfung ist beim Wohnanteil viel höher. Wir sind auch nicht daran interessiert, die Bevölkerung zu verärgern.» Konkret ist das Projekt noch nicht, auch wenn es erste Visualisierungen gibt. «Wir können erst anfangen richtig zu planen, wenn wir wissen, welche Fläche wir zur Verfügung haben. Wir sind grundsätzlich nicht auf das Grundstück der Gemeinde Buchs angewiesen. Bauen werden wir sowieso. Falls der Kauf nicht zu Stande kommt, dann eben auf der Parzelle, die wir bereits haben. Im Zusammenschluss der Grundstücke könnten wir aber definitiv eine schönere Überbauung realisieren», sagt Grunder. Geplant sind 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. Beim Gewerbeanteil können sich die Käufer Büros, Hotellerie oder auch Alterswohnungen vorstellen. Mögliche Investoren seien bereits vorhanden.

Furttaler Nachrichten vom Freitag, 1. Februar 2019, Seite 1 (25 Views)

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