E-Paper - 25. Januar 2019
Rümlanger Nachrichten
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

Filmische Zeitdokumente in der Mediothek von Dällikon

In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Anlässe in Dällikon immer wieder auf Fotos und Filmen festgehalten. Paul Weinmann und Markus Leuzinger haben dieses Material filmerisch aufgearbeitet und präsentiert. Erinnerungen keimten auf.

Dällikon. In der Mediothek fand ein ganz spezieller Filmabend statt. Paul Weinmann und Markus Leuzinger wohnen seit mehreren Jahrzehnten in der Futtaler Gemeinde und haben ihn organisiert. Thema waren Dälliker Feste von 1970 bis heute. Gezeigt wurden diverse Kurzfilme, welche die beiden aus unzähligen alten Fotos und Filmsequenzen zusammengesucht, sortiert und neu zusammengestellt haben. Beide haben aus Eigeninitiative Filme gedreht, die nun als Zeitdokumente gelten und den Dällikern an diesem Abend erstmals gezeigt wurden. Festanlässe der vergangenen Jahrzehnte, wunderschöne Landschaftsbilder, Unterländer Musikfesttage und Bilder vom Dorfleben liessen alte Zeiten wieder aufleben. Nach jeder Kurzfilmsequenz bezog Karin Joss als Moderatorin die Dälliker mit ein, liess sie von ihren Erinnerungen und Erlebnissen erzählen. Immer wieder freuten sich vor allem auch ältere Zuschauer, wenn sie sich oder andere in den Bildern wiedererkannten.

Farbenfrohes Dällikon

Markus Leuzinger stimmte das Publikum mit einer Präsentation von Fotos aus dem «farbenfrohen Dällikon» ein. Er filmt und fotografiert gerne und seine Aufnahmen zeigen überraschende Seiten der Gemeinde, die man im Alltag oft übersieht. Paul Weinmann war einer der wenigen, der schon in den 60er Jahren eine Kamera besass. Spontan setzte er sie beim Zürcher Unterländer Kreismusiktag ein und filmte das bunte Geschehen beim Musikwettbewerb und im Festzelt. Seine Kamera von damals, eine 8mm-Paillard, hatte er mitgebracht und gerne erklärte er dem Publikum die Technologie.

Einige Zuschauer waren selbst an diesem Anlass vor fast 50 Jahren dabei gewesen. Andere erkannten ihre Eltern oder Grosseltern. Viele Dälliker Persönlichkeiten waren zu sehen und zwei Musiker von damals, Rolf Krämer und Martin Meier, spekulierten über das Jahr des Festes. Es ist nicht überliefert, ob es 1968 oder 1969 stattfand.

Erinnerung an das alte Dällikon

Da die Aufnahmen ohne Ton gemacht wurden und ein Musikfest ohne Musik etwas paradox ist, untermalte Walter Surber, ein langjähriger Freund von Markus Leuzinger, den Film mit Live-Musik auf der Handorgel und passte das Tempo und den Stil sehr gekonnt der Marschmusik und dem Takt der Dirigenten von damals an.

Der nächste Film stammte von Paul Wolf und seinem Bruder Peter. Sie hatten das Seifenkistenrennen anlässlich der 1100-Jahr-Feier der Gemeinde Dällikon im Jahr 1970 gefilmt. Mit Erich Meier war sogar einer der damaligen Piloten im Publikum. Sein Bruder Emil hatte ihm ein beeindruckendes Gefährt im Stil eines gelben Postautos gebaut. Die Filme wurden digitalisiert, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Eindrücklich war es zu sehen, welche Häuser damals in Dällikon noch standen, noch nicht standen oder auch heute noch stehen. Beispielsweise war zu erkennen, dass der heutige Spar gerade erst gebaut worden war und dass der obere Rairing noch eine grosse Baustelle war. Autos, Kleider und Frisuren sorgten für Belustigung und Staunen.

Weiter ging es mit Statements für Dällikon, die Pro Dällikon an der Chilbi 2011 mit Passanten aufgenommen hatte. Die Festbesucher wurden gefragt, was sie in Dällikon gut finden und was sie sich noch wünschen. So erklärte eine Gruppe von Buben, dass sie gerne in Dällikon leben, weil immer etwas los ist und sie gute Freunde im Dorf haben. Janina Rüegg wünschte sich damals einen grösseren Spielplatz auf dem Schulareal und Anita Altieri und Claudia Röösli plädierten für einen zentralen Begegnungsplatz.

Den Abschluss machten zwei Filme von Markus Leuzinger aus dem Jahr 2013, wo die Chilbi für einmal völlig verregnet wurde und von 2018, als nach vielen Jahren wieder ein richtig grosses Dorffest gefeiert wurde. Die wunderbare Stimmung vom letzten Juni lebte bei den Zuschauern noch einmal auf und gab Stoff für Gespräche. Viele Zuschauer ergänzten die Filme mit eigenen Erinnerungen und Episoden.

Mit einem Apéro mit Wein vom Rebverein Dällikon und Most vom Strohhof ging der stimmungsvolle Abend zu Ende. Es herrschte Einigkeit, dass solche Feste eine enorme Bedeutung für den Zusammenhalt in einer Gemeinde haben.

Grosser Aufwand für Filme

Die ganze Vorbereitung und Zusammenstellung der Bilder war sehr zeitintensiv. Insbesondere, weil frühere Filme mit anderen Techniken aufgenommen wurden. Jetzt wurden die Filmformate und Fotos digitalisiert. Evelyne Heeb von der Mediothek Dällikon sagt: «Ich war echt überrascht, was für eine tolle Qualität die jetzt gezeigten Filme hatten. Mir hat der Abend auch als Nicht-Dällikerin sehr gut gefallen. Die Rückmeldungen zeigten, dass es rundum ein wunderbar gemachter, gelungener Abend war». (e)

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 25. Januar 2019, Seite 3 (50 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   Januar   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31