E-Paper - 25. Januar 2019
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Kolumne

Die schönen Seiten des Iran

Als ich in Tabriz ankam, setzte ich mich in eine «Bäckerei» und so bekam ich warmes Fett in einer Schale, zwei Rinderaugen und Siedfleisch zum Essen. Das Fett war dafür gedacht, das Fladenbrot zu baden. Als ich mich aufmachte, um die Hauptstadt des islamischen Tourismus zu erkunden, wurde mir überall Hilfe angeboten. So schenkte mir ein Student, der sich gut mit der Geschichte auskannte und perfekt englisch sprach, eine Führung in der historischen Altstadt.

Die Altstadt besteht aus meist einstöckigen Häusern, die in belebten, schön breiten Gassen stehen. Ich liebe die vielen alten Peugeots, die hier mit ihren Beulen herumfahren. Ja, der Strassenverkehr ist sehr chaotisch, fünfspurig und meist ohne Leitlinien am Boden. An den Fussgängerstreifen wird den Menschen ausgewichen und nicht angehalten, sofern es keine Ampeln hat.

Am Abend traf ich in einem Lokal auf Ali, der mich fragte, ob ich schon wisse, wo ich diese Nacht schlafe. Als ich verneinte, bot er mir sofort an, im Haus seiner Eltern zu nächtigen. Das sei kein Problem, Platz gebe es genug.

Da Ali momentan Zeit hat, entschieden wir uns, gemeinsam mit dem Bus den Iran zu bereisen. So besichtigten wir Schiraz. Die Iraner sagen, wer diese Stadt nicht gesehen hat, hat die Welt nicht gesehen. Da kann ich nur voll und ganz zustimmen. Diese Perle von einer Stadt glänzt mit ihren vielen botanischen Gärten und der gigantischen Begräbnisstätte für den König des Lichts. In dieser Einrichtung findet man zwei Moscheen mit Platz für je 1000 Personen, einen Polizeiposten und natürlich einige pompöse Gräber von hohen Geistesführern. Anschliessend fuhren wir nach Jazd. Dies ist eine Oasenstadt in der Wüste, die für ihre persischen Windtürme (Badgir) bekannt ist. Dieses System belüftet die Häuser und bedeckten Gassen in der heissen, fast unerträglichen Zeit.

Liebe Leser, dies ist mein letzter Bericht, da ich meine Reise auf dem Höhepunkt beenden und nach Hause zurückkehren werde.

Ich bin unglaublich dankbar für die vielen Eindrücke und Erfahrungen und möchte nichts missen, brauche jetzt aber Zeit, um alles zu verarbeiten. Reisen macht müde. Ich habe keine Lust mehr, immer nur zu konsumieren und überall fremd zu sein.

Nun möchte ich auch selbst wieder etwas bewirken und nicht bloss Zuschauer sein. Mit ganz vielen neuen Ideen und voller Tatendrang werde ich zurückkehren und freue mich, Euch wieder zu sehen bis bald!

Rümlanger Nachrichten vom Freitag, 25. Januar 2019, Seite 11 (16 Views)

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